Im Alter von 67 Jahren ist am Montagmorgen völlig überraschend Erwin Burger verstorben. Er war über Jahrzehnte eine prägende Persönlichkeit im Sachgebiet Öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt Kulmbach und leitete bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst im Frühjahr 2020 diesen Bereich.

Insbesondere zeichnete Burger für den Katastrophenschutz, den Rettungsdienst und das Feuerwehrwesen verantwortlich. Das sogenannte Kulmbacher Modell, die herausragende Zusammenarbeit zwischen Landratsamt und allen Blaulichtorganisationen, hat er stark mitgeprägt.

Der in Seifersreuth geborene Erwin Burger begann seine berufliche Laufbahn als Staatsbeamter am Landratsamt Kulmbach. Nach Zwischenstationen in Ebermannstadt und Wunsiedel kehrte er 1974 zu seinen Wurzeln in Kulmbach zurück. 1997 übernahm Burger als stellvertretender Sachgebietsleiter zentrale Aufgaben im Bereich Öffentliche Sicherheit und Ordnung. Nur sechs Jahre später wurde ihm die Leitung des gesamten Sachgebiets übertragen, in dem auch Aufgaben des Verbraucherschutzes, des Ausländer-, Personenstands- und Gewerbewesens und des Jagdrechts übernommen werden.

In seiner Amtszeit galt es, zahlreiche richtungsweisende Entscheidungen umzusetzen. So standen die Erweiterung der technischen Ausrüstung der Feuerwehren mit überörtlicher Bedeutung sowie die Unterstützung beim Aufbau der Integrierten Leitstelle Bayreuth/Kulmbach an. Auch die notfallmedizinische Versorgung und die Erweiterung des Notarztdienstes im Landkreis mussten organisiert und gestaltet werden. Im vergangenen Jahr wurde Erwin Burger nach über 50 Dienstjahren in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Als "Sicherheitsminister" des Landkreises Kulmbach wird er vielen Freunden und Wegbegleitern dauerhaft in Erinnerung bleiben.

"Für seinen Einsatz und sein nimmermüdes Engagement sind wir ihm zu größtem Dank verpflichtet und zollen ihm höchsten Respekt", würdigte Landrat Klaus Peter Söllner die großen Verdienste des Verstorbenen. "Mir persönlich war er über vier Amtszeiten hinweg ein zuverlässiger und freundschaftlich verbundener Berater in Sicherheitsfragen. Als Mitarbeiter und Führungskraft, vor allem aber als Menschen und Freund habe ich Erwin Burger über die Maßen geschätzt."

Auch Bezirkstagspräsident Henry Schramm, der bis 2003 im Landratsamt eng mit Erwin Burger zusammenarbeitete, lobte seine verbindenden Fähigkeiten und seine kameradschaftliche Art. "Mit seiner Persönlichkeit und seinen Talenten konnte Erwin Burger Brücken bauen", sagte Kreisbrandrat Stefan Härtlein. "Er war ein engagierter, stets kooperativer Ansprechpartner."

Auch Personalratsvorsitzender Udo Kastner würdigte das Engagement des Verstorbenen, der lange Mitglied des Personalrats und Repräsentant des Bayerischen Beamtenbunds war.

Erwin Burger lebte in Tannewirtshaus. Er hinterlässt seine Ehefrau und einen erwachsenen Sohn. red