Vor 25 Jahren hatte Klaus Peter Söllner sein Amt als Kulmbacher Landrat angetreten. In einer virtuellen Feierstunde gratulierten ihm gestern unzählige Weggefährten und Freunde zu diesem besonderen Dienstjubiläum. Der Landkreischef durfte eineinhalb Stunden lang Glückwünsche aus ganz Bayern, ja sogar aus Berlin und Sachsen entgegennehmen. Am Ende strahlte er über das ganze Gesicht: "Ich war von den Glückwünschen und Wortbeiträgen sehr angetan, sie haben mich zum Teil sprachlos gemacht."

Die Überraschung war dem geschäftsleitenden Beamten Rüdiger Köhler mit einigen Mitarbeiten gelungen, damit hatte Klaus Peter Söllner nicht gerechnet. Stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann machte deutlich, dass die Erfolge im Landkreis Kulmbach nicht von ungefähr kommen. Er bescheinigte dem Jubilar "unheimlich viel Geschick, Gespür, Verhandlungssinn und Hartnäckigkeit".

"Sehr gerne hätten wir diese Feierstunde in Präsenz abgehalten, mit vielen Gästen und vielen guten Gesprächen. Leider lässt es die Corona-Pandemie gegenwärtig nicht zu, deswegen haben wir die Feierstunde auf die virtuelle Ebene verlagert", sagte Kunstmann, der den Arbeitsstil Söllner wie folgt beschrieb: "Er hat eine äußerst strukturierte klare Amtsführung, er ist besonnen und professionell, aber er hat auch die nötige Lockerheit, um die Menschen in seinem Umfeld immer zu motivieren." Und Söllner habe eine ganz große Gabe: "Er kann Menschen zusammenführen, begeistern, Netzwerke bilden, damit große Projekte, die anfangs vielleicht unerreichbar waren, dann doch zum Erfolg geführt werden können."

Man komme gerne mit ihm zusammen, und das spürten auch die Menschen im Landkreis. Kunstmann stellte nur einige Dinge heraus, die Klaus Peter Söllner in zweieinhalb Jahrzehnten als Landrat auf den Weg gebracht hat. So habe er von Anfang an die Wirtschaftsförderung zur Chefsache ("Die Wirtschaft ist unser Schicksal") erklärt. "Er kämpft um jeden Arbeitsplatz und hat den Landkreis Kulmbach im Großen wie im Kleinen entscheidend fortentwickelt."

Schulentwicklung und Klimaschutz

In diesem Zusammenhang sprach der stellvertretende Landrat von "Hunderten Millionen", die auf die Initiativen Söllners als Fördergelder in den Landkreis Kulmbach flossen. "Eine Herzensangelegenheit ist für ihn auch die Schulentwicklung bis hin zum neuen Uni-Campus." Weiter nannte Kunstmann den Umweltschutz. Als der Kreis 2007 das Klimaschutzkonzept auf den Wegbracht habe, sei man noch belächelt worden, "heute wissen wir, dass die Klimaoffensive der richtige Weg war und zur Gründung der Energieagentur führte".

Zuletzt stellte Kunstmann die funktionierende Verwaltung mit motivierten Mitarbeitern im Landratsamt heraus: "Wenn man in unser Haus kommt, dann spürt man von unten bis ganz oben, dass hier die Stimmung in einer leistungsmotivierten Verwaltung passt."

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann verwies auf die mittlerweile fünfte Amtsperiode Söllners als Landrat. "Das stellt einen großen Vertrauensbeweis der Bürgerinnen und Bürger Ihres Landkreises dar. Sie haben in der Region sehr viel bewegt und auf die Beine gestellt, denn Ihre Politik ist zukunftsgerichtet. Das gilt sowohl für die Bereiche Wirtschaft und Bildung, aber auch für Klimaschutz oder Tourismus."

Mit seinem Engagement habe Söllner dazu beigetragen, dass der Landkreis Kulmbach heute "eine dynamische und florierende Zukunftsregion" sei. "Davor ziehe ich wirklichen meinen Hut", sagte Herrmann.

Der stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger gratulierte einem Freund und sprach von stolzen 31 Jahren kommunalpolitischen Wirkens: "25 Jahre als Landrat und sechs Jahre als Bürgermeister seiner Heimatstadt Stadtstei­nach, dabei in einer nicht einfachen Zeit. Trotzdem habt ihr es geschafft, euren Landkreis liebenswürdig und sympathisch zu erhalten. Du hast hervorragende Arbeit geleistet, Deine Bürger haben Vertrauen in Deine Arbeit."

Wie Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz aufzeigte, Klaus Peter Söllner auf eine Karriere staatlicher und kommunaler Arbeit blicken: "Beide Seiten kennst Du aus dem Effeff, und das kann einen nur mit Hochachtung erfüllen."

Bezirkstagspräsident Henry Schramm verwies auf die gemeinsame erfolgreiche Arbeit in seiner Amtszeit als Landtagsabgeordneter bei der GA-Förderung, von der viele Betriebe im Landkreis massiv profitieren konnten, und zuletzt auch als Oberbürgermeister der Stadt Kulmbach, die mit der Gründung des Uni-Campus ihren Höhepunkt hatte. Im Bezirk Oberfranken werde diese angenehme Zusammenarbeit fortgesetzt.

Weitere offizielle Glückwünsche übermittelten der Präsident des Bayerischen Landkreistages, Christian Bernreiter, Bürgermeister Gerhard Schneider als Kreisvorsitzender des Bayerischen Gemeindetags, Oberbürgermeister Ingo Lehmann, IHK-Vizepräsident Michael Möschel und der Personalratsvorsitzende am Kulmbacher Landratsamt, Udo Kastner.

Klaus Peter Söllner zeigte sich überwältigt: "Es glaubt mir zwar niemand, aber ich habe von dieser wunderbaren digitalen Feier nichts gewusst. Ich danke meinen Leuten und meinen Stellvertretern im Amt, es war eine großartige Geschichte."