Auf dem hinteren Teil des Geländes des ehemaligen Asphaltwerks in Rugendorf möchte die Firma Münch Energie eine Freiflächen-Photovoltaikanlage errichten. Bebaut werden soll eine Fläche von 11 588 Quadratmetern. Das etwa doppelt so große Areal der Firma Rotmain-Asphalt in der Nähe des Steinbruchs liegt seit Jahren brach. Bei einer Gegenstimme beschloss der Gemeinderat am Montagabend, einen Bebauungsplan aufzustellen.
"Hat schon jemand mit dem Grundstücksbesitzer geredet?", wollte Martin Hohlweg wissen. Er werde nicht zustimmen, da er zuerst Näheres über die Vereinbarung des Eigentümers mit dem Investor wissen wolle.
Der Rest des Gemeinderats teilte Hohlwegs Zweifel allerdings nicht und vertraute der Firma Münch, mit der man durchwegs positive Erfahrungen gemacht habe.
Der Bau einer PV-Anlage war bereits 2009 auf dem Grundstück geplant, auf dem sich mittlerweile die Firma Münch niedergelassen hat, sowie auf dem weiter in Richtung Zettlitz liegenden Feld. Diese sollte direkt an der Bundesstraße 303 liegen und eine Größe von rund zwölf Hektar haben. Dieses Vorhaben wurde bei einem Ratsbegehren beziehungsweise dem Bürgerentscheid am 17. Januar 2010 von den Rugendorfern abgelehnt: 148 Wahlberechtigte waren damals dafür, 346 dagegen.
"So etwas wie in Untersteinach neben der Bundesstraße wird's ja nicht," besänftigten sich die Gemeinderäte gegenseitig. "Wenn schon Solarzellen auf der grünen Wiese, dann wäre das Asphaltwerk der beste Platz," meinte Fritz Rösch. Zudem sei ihm beim besten Willen auch nichts eingefallen, was die Gemeinde Rugendorf mit der ungenutzten Fläche selbst anfangen könnte.
Bürgermeister Ralf Holzmann bestätigte, dass die geplante Anlage aus keiner Stelle im Ort sichtbar sein werde.
Franz Schnaubelt wies zudem darauf hin, dass die jetzige Brachfläche des Asphaltwerks der Gemeinde gar nichts bringe, der geplante Solarpark hingegen Gewerbesteuer. Und dass man einer ortsansässigen Firma Investitionsabsichten nicht verwehren möchte, ergänzte Martin Hohlweg.
Da das Areal von Rotmain-Asphalt derzeit noch als landwirtschaftliche Nutzfläche ausgewiesen ist, beschloss der Gemeinderat, einen Bebauungsplan "Sondergebiet Photovoltaik" aufzustellen.


Neue Halle im Gewerbegebiet

Ebenfalls bauen möchte die Firma Kotte und Zeller. Hinter dem Hauptgebäude soll eine weitere Halle mit 193 Quadratmetern Fläche und 5,45 Metern Höhe enstehen. Das Gremium hatte keine Einwände.
Ralf Holzmann teilte noch mit, dass laut Telekom die Planungsphase für den Internetausbau beendet ist. Mit den Arbeiten werde in Kürze begonnen. Ebenfalls beginnen wird am 12. September die Erneuerung der Straße nach Feldbuch. "Eine Woche lang wird die Straße dann vollständig gesperrt sein", so der Bürgermeister.