Die Puppenherstellung kann in der Region Rödental, Neustadt und Sonneberg auf eine sehr lange Tradition zurückblicken. Jetzt soll dieser Produktionszweig, der ganzen Generationen von Menschen Lohn und Brot bescherte, auf eine ganz besondere Weise geadelt werden. In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport des Kreistages Coburg einstimmig, eine Bewerbung vorzubereiten, die darauf abzielt, die Herstellung von Puppen in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der Unesco aufzunehmen.

Den Stein ins Rollen brachte Kreisheimatpflegerin Ingrid Ott, die dem Gremium erläuterte, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um in das Verzeichnis aufgenommen werden zu können.

Die Puppe als Kulturgut

Ingrid Ott sieht gute Chancen dafür. Sie betonte: "Die Puppenherstellung genießt eine tiefe gesellschaftliche Verankerung, die sich nicht nur in den verschiedenen Museen, sondern auch in dem jährlich stattfindenden Puppenfestival widerspiegelt." Aber das Ziel, die Puppe zum Kulturgut aufsteigen zu lassen, sei nicht leicht zu erreichen.

Auch Christine Heider (CSU/LV) hob die regionale Bedeutung der Puppenproduktion hervor und begrüßte ausdrücklich die Initiative von Ingrid Ott. "Es liegt ein steiniger Weg vor uns", meinte Martin Stingl (SPD), Zweiter Bürgermeister von Neustadt, und sagte der Initiatorin alle mögliche Unterstützung zu.

Im Juni 2023 finden für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung in Berlin die "Special Olympics World Games" statt. Hierfür können sich 170 Städte, Landkreise und Gemeinden als Gastgeber für Sportdelegationen bewerben. Nachdem die Stadt Coburg eine gemeinsame Bewerbung zugesagt hat, fasste auch der Landkreis Coburg den entsprechenden Beschluss, sich gemeinsam als Gastgeber anzubieten. mr