Sie werden wohl die ersten sein, die den Tourismus wiederbeleben dürfen, die Wohnmobilreisenden. Sie sollen in diesem Sommer möglichst in Scharen auch nach Rödental kommen. Hier erwartet sie dann ein neuer Stellplatz - und es soll ein besonders schöner sein, wenn er fertig ist. Am Dienstag erfolgte der erste Spatenstich. Seitdem geht es mit dem Bagger weiter, nicht mit dem Spaten.

Bis Mitte des Jahres soll der Platz fertig sein, für den die Stadt rund eine Viertelmillion Euro investiert. 36 Wohnmobile werden dann auf dem Gelände nahe der Tennisanlage der SG Rödental Platz finden, das die Stadt mit einer Fläche von 12 000 Quadratmetern gekauft hat. "Wir wissen, dass wir nicht gleich am Anfang volle Auslastung haben werden", sagt Bürgermeister Marco Steiner. Doch er hofft, dass sich die Vorzüge des Rödentaler Stellplatzes rasch herumsprechen werden. Schließlich ist die Stadt selbst der Betreiber.

Wenn Marco Steiner auflistet, was die Attraktivität des Standortes ausmacht, dann ist es eine ziemlich lange Liste. Sie beginnt mit dem Platz selbst. Auf dem ebenen Gelände ist reichlich Abstand zwischen den Fahrzeugen der Besucher möglich. Sie stehen im Grünen, nahe der Itz, und haben zu Fuß direkt Anschluss an den Park um Schloss Rosenau. Freie Grünflächen auf dem Gelände sollen einladen, sich dort niederzulassen. Ver- und Entsorgungseinrichtungen entsprechen heutigen Standards und die neuen Pächter des Biergartens an der SG-Tennisanlage werden sich sicher auf die Gäste einstellen, die da direkt vor ihrer Haustür wohnen.

Blickt Marco Steiner über den Rand des Platzes weiter hinaus, dann kann er auf zahlreiche Rad- und Wanderwege verweisen, auf Gastronomie, die sich entlang dieser Wege findet ,und auf eine ganze Reihe von lohnenden Ausflugszielen und Freizeiteinrichtungen. Die Nähe zur Autobahn macht den Platz zudem attraktiv als Zwischenstopp für Wohnmobilreisende, die auf dem Weg zu weiter entfernten Zielen unterwegs sind.

Wer den Platz nutzen will, der löst einfach bei der Zufahrt ein Ticket, wie bei einem gebührenpflichtigen Parkplatz auch. Für einen Tag wird zum Anfang eine Gebühr von zehn Euro erhoben. Die Entsorgung von Müll und Abwasser ist im Preis enthalten. "Wir haben ja ein Interesse, dass alles auch ordentlich entsorgt und nicht zurückgelassen wird", erklärt Marco Steiner.

Positive Reaktionen

Aus der Rödentaler Gastronomie kamen nur positive Reaktionen zum Vorhaben, so Marco Steiner. Und auch anderen Betreibern von Wohnmobilstellplätzen ist das neue Angebot kein Dorn im Auge, im Gegenteil. "Es gilt als sehr gut für den Wohnmobiltourismus, wenn es in einer Region viele Angebote an Stellplätzen gibt", sagt der Bürgermeister. Die gesamte Region setzt schon seit einigen Jahren auf den mobilen Tourismus und möchte die Angebote immer weiter ausbauen.

Trotzdem ist die Investition für die Stadt Rödental kein Pappenstiel. "Ausschlaggebend, dass wir es nach Jahren der Planung und der Standortsuche jetzt umsetzen können, waren die Fördermittel, die wir bekommen haben", betont Marco Steiner.

Rund 86 000 Euro kamen aus dem Leader-Programm, so Tobias Gruber, der für die Leader-Region zum Spatenstich gekommen war. "Wohnmobilreisen sind das Zukunftsthema im Tourismus", sagt er. Die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie befeuerten den Trend. Doch der ist viel älter als die Corona-Krise. Wurden 2010 gerade 1822 Wohnmobile in Deutschland neu zugelassen, so steigt die Zahl seitdem jedes Jahr. 2019 waren es schon fast 5500 und 2020 mit 10 678 fast noch einmal doppelt so viele. Einmal angeschafft, werden die Fahrzeuge bestimmt auch in den kommenden Jahren weiter genutzt, der Trend also nicht so schnell wieder abflachen. Kein Wunder, dass Tobias Gruber die Investition der Stadt in den neuen Stellplatz als "indirekte Wirtschaftsförderung" bezeichnet. Die Touris auf Achse kaufen ein, besuchen Restaurants und Freizeiteinrichtungen und lassen den einen oder anderen Euro in der Region.

Daher arbeitet auch die Tourismus-Region Coburg-Rennsteig an Konzepten, die zum einen ihren Mitgliedern helfen sollen, selbst attraktive Angebote für Wohnmobilisten zu gestalten, die andererseits aber auch gezielt um diese Klientel werben.

Für die SG Rödental hofft Präsident Thomas Gehrlicher, dass wirklich alles getan wird, um den Platz attraktiv zu machen. Selbst Wohnmobilist, sagt er: "Du gehst immer dahin, wo der Platz attraktiv ist." Der Verein werde in den kommenden Monaten ebenfalls seinen Teil dazu beitragen und den gerade wieder verpachteten Biergarten noch schöner gestalten, als er schon ist, versichert er.