Veronika Schadeck Buchbach —  Gut besucht war am Dienstag die Veranstaltung für die ältere Generation im Buchbacher BRK-Mehrgenerationenhaus. Das Thema lautete: "Auch im Alter noch gut in unserer Gemeinde leben können".

"Es ist gut, dass sich die Gemeinden, der Landrat und der Landkreis Gedanken um uns machen", meinte Anneliese Birke. Die Seniorin war eine der Teilnehmerinnen. Gleichzeitig appellierte sie auch an ihre Mitbürger: "Wenn schon Angebote geschaffen werden, dann sollten diese auch angenommen werden!"

Wie die Senioren ihr Lebensumfeld bewerten, das wurde bei einer Vorstellung der Befragung zumindest teilweise deutlich. Diese wurde im Rahmen des vom Landkreis initiierten "Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts" vom Bamberger Modus-Institut durchgeführt. Wie Edmund Görtler erklärte, habe man dazu 4032 Bürger der über 65-Jährigen im Landkreis Kronach angeschrieben. 1500 Fragebögen kamen zurück. Das, so Görtler, sei ein gutes und repräsentatives Ergebnis. Wie Edmund Görtler erklärte, habe man die Antworten sowohl auf Landkreisebene ausgewertet als auch untergliedert in den nördlichen, östlichen und südlichen Landkreis.

Am Dienstag wurden die Ergebnisse aus den Norden und dem Landkreis vorgestellt. Im Folgenden einige Ergebnisse. So wohnen 58 Prozent der Bürger des nördlichen Landkreises seit 30 Jahren und mehr in der gleichen Gemeinde (Landkreis: 50 Prozent). Die Akzeptanz der betreuten Wohnmöglichkeiten hat zugenommen. Erstaunlich war, dass für die Befragten im Wesentlichen der Hausarzt der erste Ansprechpartner ist, wenn es um Probleme und Seniorenhilfen geht. Erstaunlich war auch, dass die ärztliche Versorgung nicht als das große Defizit im Landkreis gesehen wird. Was die kulturellen Veranstaltungen betrifft, so sahen 27,1 Prozent aus dem Norden Defizite (16,4 Prozent Landkreisebene).

Bei der Beurteilung der Verkehrsinfrastruktur kam ein Mittelwert zustande. "Ich hätte eine schlimmere Bewertung erwartet", so die Projektleiterin von Kronach Creativ, Claudia Ringhoff, und verwies dabei auf die laufenden Diskussionen.

Verbesserungen im Nahverkehr

"Der Nahverkehr ist bei uns grottenschlecht", so Roland Weigelt. Dies wollte der Pressiger Bürgermeister Hans Pietz nicht so stehen lassen. Was die Anbindung auf der Schiene betrifft, wurden bessere Rahmenbedingungen geschaffen. "Wie komme ich aber zum Bahnhof, wenn kein Bus fährt", fragte Weigelt. Pietz wies auf das neue Mobilitätskonzept hin, das zum September 2020 greifen soll. Damit werden enorme Verbesserungen im Nahverkehr geschaffen, ist er überzeugt.

Wie der Leiter des Sachgebiets Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung, Wolfgang Puff, erklärte, finden nun zwei weitere Veranstaltungen statt, in denen die Ergebnisse der Befragung aus dem südlichen und östlichen Landkreis vorgestellt werden. Ein Steuerungskreis aus Vertretern der Politik, Seniorenkreisen und Wohlfahrtsverbänden soll dann Vorschläge für passgenaue Strukturen und Angebote entwickeln.

Das Seniorenpolitische Gesamtkonzept wurde nicht zuletzt deshalb ins Leben gerufen, da der demografische Wandel den Landkreis vor große Herausforderungen stellte. Es geht dabei um bedarfsgerechte Versorgungsstrukturen, Wohnformen, um Potenziale und Ressourcen als auch um den Hilfe- und Unterstützungsbedarf für ältere und pflegebedürftige Menschen. Wolfgang Puff rechnet für Mitte 2020 mit detaillierten Ergebnissen.