Rund 17,6 Millionen Euro an Corona-Hilfen wurden seit Juli 2020 an Unternehmen im Bereich des IHK-Gremiums Kulmbach ausbezahlt. Das hat jetzt die Industrie- und Handelskammer für Oberfranken in Bayreuth gemeldet. Bisher wurden demnach 1014 Anträge bewilligt. Vor allem profitierten die Unternehmen der Region von der Überbrückungshilfe III.

Die Summe umfasst die Zahlungen aus den Hilfsprogrammen Überbrückungshilfe I bis III, die November-, Dezember- sowie die Neustarthilfe. Die IHK für München und Oberbayern ist im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung für die Abwicklung der Wirtschaftshilfen zuständig.

Bayernweit wurden seit Juli 2020 rund 250 000 Anträge bewilligt und 6,2 Milliarden Euro an Corona-Wirtschaftshilfen ausbezahlt. Hinzu kommen noch 2,2 Milliarden Euro der Soforthilfe, mit der die Unternehmen zu Beginn der Pandemie unterstützt wurden.

Weitreichende Folgen

"Dieser Betrag zeigt, dass die Folgen der Pandemie weitreichend sind und eine Vielzahl von Unternehmen betreffen", so Michael Möschel, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Kulmbach.

Fast die Hälfte der Mittel kamen dabei dem Gastgewerbe zugute, also Hotels und Restaurants, aber auch Bars, Diskotheken und Catering-Unternehmen. Es folgen der Groß- und Einzelhandel sowie der Bereich "Kunst, Unterhaltung und Erholung".

Insgesamt flossen 17,6 Millionen Euro an die Unternehmen im IHK-Gremium Kulmbach. 1,0 Millionen Euro entfielen auf die Überbrückungshilfe I (bis November 2020), 1,6 Millionen Euro auf die Überbrückungshilfe II (bis März 2021), 7,3 Millionen Euro auf die Überbrückungshilfe III (seit November 2020), 3,1 Millionen Euro auf die Novemberhilfe, 3,7 Millionen Euro auf die Dezemberhilfe und 0,9 Millionen Euro auf die Neustarthilfe (seit Januar 2021).

Weiterhin Hilfen nötig

"Zweifellos konnten die Corona-Hilfen die pandemiebedingten Kosten und Verluste nur teilweise abdecken, für viele Unternehmen waren sie aber trotzdem überlebensnotwendig", so Möschel.

Zu erheblichen Verzögerungen kam es ihm zufolge zum Programmstart, als die notwendigen Antrags- und Bearbeitungsplattformen des beauftragten IT-Dienstleisters der Bundesregierung nicht zur Verfügung standen, wodurch es zunächst zu Verzögerungen bei der Auszahlung der Corona-Hilfen kam.

"Auch wenn wieder so etwas wie Normalität eingekehrt ist, sind viele Branchen aber auch weiterhin erheblich von Einschränkungen und Schließungen betroffen und kämpfen um ihre Existenz", betont Michael Möschel. Er begrüßt deshalb ausdrücklich die Verlängerung der Überbrückungshilfe III Plus und der Neustarthilfe bis zum 30. September.

"Der Bund ist gefordert"

Aber der Kulmbacher hat auch eine klare Erwartung: "Hier darf es aufgrund von Softwareproblemen nicht wieder zu Verzögerungen kommen. Der Bund ist gefordert, die erforderlichen Antrags- und Bearbeitungsplattformen zeitnah zur Verfügung zu stellen, damit das Geld schnellstmöglich an die betreffenden Unternehmen ausbezahlt werden kann." red