Im Oktober 2016 wurde im Bereich der Stadt Hammelburg ein "Terroir-F-Punkt" eingeweiht. Der Hammelburger Stadtrat befürwortete jetzt im Juni erst einen weiteren magischen Ort neben Ramsthal, nämlich einen traumhaften Blick über die nördlichste Weinanbau-Stadt in Franken. Jetzt gibt es konkrete Überlegungen einen solchen "magischen Punkt" im "Terroir F"-Netzwerk auch im Landkreis Haßberge anzulegen, nämlich in Limbach an der Wallfahrtskirche. Unter dem Leitmotiv "Besinnung und Einkehr" könnte sich hier das Herzensanliegen von Winzer Rudi Ruß erfüllen, denn der Ort ist leicht erreichbar, es gibt Parkplätze in der Nähe und vor allem eröffnet sich der Blick auf die historischen Weinberge bei Steinbach mit ihrem Fischgrät-Muster.
Dass Gestaltungsvorschläge eingeholt werden, darauf einigten sich die Bürgermeister der ILE-"Lebensregion plus" (das sind Rauhenebrach, Oberaurach, Knetzgau, Sand, Eltmann, Zeil, Ebelsbach, Breitbrunn, Stettfeld, Kirchlauter) bei ihrer Sitzung. ILE bedeutet Integrierte Ländliche Entwicklung, ein Programm, das hinter dem Zusammenschluss steht und Fördermöglichkeiten eröffnet.
Wesentlich zur Attraktivität der Region beigetragen hat in den vergangenen Jahren die Entwicklung im Weinbau, darin waren sich die Bürgermeister einig. Susanne Volkheimer vom Landkreis-Tourismus hatte daher der Versammlung Überlegungen vorgelegt, wonach neben der Wallfahrtskirche Maria Limbach (Bereich Pilgerhalle) ein "Magischer Ort des Frankenweins" unter der Dachmarke "Terroir F" auch für das Abt-Degen-Weintal entstehen könnte. Einen solchen Aussichtspunkt haben die ILE-Bürgermeister im vergangenen Jahr bereits besichtigt. Für eine Umsetzung stehen Fördermittel des Weinbauverbands in Aussicht, auch die Winzer würden sich finanziell engagieren. Überlegungen wurden angestellt, doch brauche man jetzt einen konkreten gestalterischen Ansatz, um zu klären, ob man das Projekt umsetzt und ob es die Zuschüsse gibt, sagte die ILE-Managerin Ulla Schmidt. Die 6000 Euro für die Planung könnten von verschiedenen Akteuren aus dem Abt-Degen Weintal übernommen werden.
Um Geld, um allerdings sehr viel mehr Geld, geht es beim sanierungsbedürftigen Zeiler Hallenbad, dessen Zukunft auch ein Thema war. Die Bürgermeister sind sich einig, dass das Hallenbad Zeil eine wichtige Infrastruktureinrichtung im Maintal ist, sowohl für den Schulsport als auch für die Freizeitgestaltung. Das unterstrichen sie in ihrer Juni-Zusammenkunft im Zeiler Rathaus.
Wie es bei der Bürgermeisterzusammenkunft weiter hieß, sei es wichtig, der Staatsregierung gegenüber deutlich zu machen, dass dieses Hallenbad von zentraler Bedeutung ist. Auch eine drohende Schließung in Knetzgau müsse abgewendet werden, denn "die Bevölkerung zwischen Bamberg und Schweinfurt hat einen Anspruch auf die Möglichkeit zum Schwimmen", erklärte Stefan Paulus, der dringend davor warnte, dass sich die Kommunen da auseinanderdividieren lassen. "Eigentlich ist das Aufgabe des Staates", betonte der Knetzgauer Bürgermeister. Schließlich gehe es hier nicht um luxuriöse Spaßbäder.
In Zeil stehen Millioneninvestitionen an, die die Stadt ohne Hilfe nicht schultern kann, Knetzgau findet keine endgültige Lösung für die Wasserqualität. Breitbrunns Bürgermeisterin Gertrud Bühl und die Bürgermeister der übrigen ILE-Gemeinden erklärten, dass sie bereit sind, ihren Beitrag für den Erhalt des Zeiler und Knetzgauer Hallenbades zu leisten, doch ohne staatliche Förderung seien sie überlastet. Mit dem Hinweis, ein halbes Schulschwimmbad zu betreiben, könne sich die Kreisstadt Haßfurt hier nicht aus der Affäre ziehen, wurde deutlich gemacht. Die ILE-Bürgermeister regen für Zeil an, die Bedeutung als Schul- und Freizeitbad festzustellen, damit ein Antrag auf besonderen Bedarf gestellt werden kann.
Eltmanns Bürgermeister Michael Ziegler, der ebenfalls nach Finanzierung seiner Freibad-Sanierung sucht, erklärte dazu: "Dauernd wird Neues überlegt, nach Leuchtturmprojekten gesucht. Wir können unsere Attraktivität besser stärken, wenn wir unsere vorhandenen Einrichtungen auf modernen Stand bringen. Seit Monaten laufen Spitzengespräche, das Land ist hier in der Verantwortung."


Mitfahrprojekt soll Schule machen

Ulla Schmidt informiert über eine Umfrage in den ILE-Gemeinden zum Thema Mitfahrerbänke, das in Knetzgau mittlerweile im Gemeinderat behandelt wurde. Alle Allianzen im Landkreis hätten das Thema besprochen, Ziel sei eine Vernetzung. Knetzgau habe einmal einen Antrag auf Leader-Förderung gestellt, für 16 Bänke ergäben sich dort Gesamtkosten von knapp 50 000 Euro (mit Schildern und Überdachungen). Für Sand wäre das Thema wohl mit einer Bank geklärt, alle anderen Gemeinden mit mehreren Gemeindeteilen werden die Mitfahrerbänke im Gemeinderat besprechen.
Stefan Paulus forderte die ILE-Kommunen auf, sich wie Knetzgau gegen die zunehmende Verkehrsbelastung der Orte zu wehren. Dabei gehe es erst zweitrangig um große Umgehungen, sondern erst mal "um mehr Mitspracherecht bei verkehrlichen Anordnungen auf Kreis- und Staatsstraßen, bei Themen wie Tempobeschränkungen oder Verkehrsberuhigung". Dafür erntete er sofort Zustimmung, vor allem von Bernhard Ruß (Sand) und Michael Ziegler (Eltmann), die beide um Tempo-70-Beschränkungen an bestimmten Stellen ihrer Gemeindegebiete kämpfen. Stefan Paulus aktiviert derzeit seine Bevölkerung, um mit mehr Rückendeckung bei den Behörden auftreten zu können.
Ausführlich beschäftigten sich die Gemeindeoberhäupter mit dem Thema Datensicherheit. Aufgaben, die kleine Gemeinden nicht alleine lösen können.
ILE-Managerin Ulla Schmidt berichtete von der "Spaßmeile" in Dingolshausen, wo sie mit einem Stand in Kooperation mit dem Forstbetrieb Ebrach und dem Nachhaltigkeitszentrum Wald in Handthal die "Lebensregion plus" präsentierte und das neue Trekkingerlebnis vorstellte. Auch der Freizeitführer fand reißenden Absatz. Unter dem Motto "Mut gewinnt" waren die Besucher aufgefordert, in Kästen zu greifen und Fundstücke aus dem Wald zu ertasten. Als Erinnerung konnten sie sich ein Brotzeitbrettchen mit dem Lötkolben verzieren