Die IG Metall Bayern hat die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie zum Protest gegen Stellenabbau aufgerufen. In mehreren Städten sollen sie in der nächsten Woche unter dem Motto "Fairwandel statt Zukunftsangst" für Investitionen in die Standorte demonstrieren. Der bayerische IG-Metall-Chef Johann Horn sagte: "Es brodelt in den Betrieben. Der Ärger der Beschäftigten über die blamablen Sparprogramme wächst." Die Unternehmen wollten "die Corona-Krise ausnutzen, um Kosten zu sparen, Produktion in Billiglohnländer zu verlagern und so Profite zu steigern". Die Gewerkschaft verlange, dass sie "in Zukunftstechnologien investieren und in die Qualifizierung der Beschäftigten. Innovation, Investition, Modernisierung für neue Produkte und Fertigungen muss die Strategie sein."

Größere Aktionen sind am Dienstag in Schweinfurt bei den Autozulieferern Schaeffler, SKF, ZF und Bosch Rexroth geplant, am Mittwoch in Bamberg bei Bosch und in Herzogenaurach bei Schaeffler sowie am Donnerstag in Nürnberg. In Nürnberg ist eine Menschenkette in der Südstadt mit Beschäftigten von MAN, Leistritz, Siemens, Bosch und anderen Betrieben geplant.

Unterdessen zeigte sich die Metall- und Elektrobranche in der Corona-Krise zuversichtlich. "Es macht auf uns den Eindruck, dass wir das Corona-Thema schon in den Griff kriegen", sagte Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander am Freitag. "Jetzt stellt sich mehr die Frage des Strukturwandels, was passiert da an Einschlägen für die Wirtschaft?" Zander äußerte sich auch zum Thema Arbeitszeiten: Eine Vier-Tage-Woche, wie von der IG Metall gefordert, lehne er ab. Eine solche Maßnahme mache die Arbeit noch teurer, "und das ist das Letzte, was wir im Moment brauchen", sagte Zander. dpa