So richtig kalt ist es in den vergangenen Wochen geworden. In solchen Zeiten verweilt man gerne im kuschelig warmen Wohnzimmer, während draußen das Eis knackt. Doch wie überstehen eigentlich Hühner einen richtig eisigen Winter? "Das ist unterschiedlich und auch abhängig vom Stall", sagt Horst Maier, Zuchtwart im Geflügel- und Kaninchenzuchtverein Mainleus.

Eine Henne halte in europäischen Gefilden schon mal bis zu minus 30 Grad aus, aber dazu brauche sie gute Bedingungen. "Das Wichtigste ist: keine Nässe und keine Zugluft", erklärt der erfahrene Züchter.

In seine Ställe streut er Hobelspäne ein, die würden die Luftfeuchtigkeit aufnehmen. "Ansonsten dürfen meine Hühner bei gutem Wetter auch im Winter raus, ich schaufele ihnen Wege durch den Schnee, dort finden sie sogar den ein oder anderen Grashalm, den sie wegpicken."

Nicht zu fettreich

Horst Maier füttert seine Hühner ganz normal wie sonst auch, denn "sie nehmen ohnehin ganz naturgemäß im Herbst zu, setzen etwas Winterspeck an und bekommen ihr Herbstgefieder". Er rät davon ab, zu fettreiche Kost zu füttern. "Züchter wollen oft etwas Gutes tun, aber ich bin der Ansicht, die Natur sorgt für sich selbst."

Zu viel Fett sei nicht gut für die Leber der Hühner, aber natürlich könne man Reste aus der Küche an die Hühner weiterhin verfüttern. "Man soll nur darauf achten, dass nicht zu viel Grünfutter dabei ist. Das gefriert bei strengen Temperaturen, wie sie aktuell herrschen, schnell und kann zu Durchfall führen." Um seine Hähne zusätzlich vor Frost zu schützen, reibt er ihre Kämme mit Vaseline ein. Das biete eine Schutzschicht, sodass der Kamm nicht gefriert und abfällt - das wäre auch schlecht für die Befruchtung, "der Hahn druckst dann nur herum".

Dringend rät er davon ab, Ställe mit einer Heizung oder einem Entfroster auszustatten. "Man stelle sich vor, der Stall ist auf vielleicht zehn Grad aufgeheizt, dann öffnet man die Türe und draußen hat es minus 15 Grad - ein Schock für die Tiere." Bei Kälte kuscheln sich die Hühner aneinander, je kleiner ein Stall sei, desto leichter könnten ihn die Tiere mit ihrer Körpertemperatur aufwärmen.

Entwurmen schadet nicht

"Natürlich kann man den Hühnern auch Wärmeinseln bieten, etwa UV-Licht oder auch mal ein Sonnenbad im Freien", sagt Tierärztin Christine Kammerer. Weiterhin sollte man die Eigelege gut isolieren oder mehrmals am Tag leeren, denn wenn die Eier gefrieren, platzen sie und man kann sie nur noch entsorgen. "Es ist auch wichtig, dass Hühner gesund sind. Man sollte darauf achten, dass sie keine Federlinge oder sonstige Parasiten haben, auch schadet ein Entwurmen vor dem Winter nicht."

In jedem Fall tue man ihnen Gutes damit, viele Kohlehydrate zuzufüttern, etwa in Form von eingeweichtem Brot, Quark oder auch Bananen.

Die Füße der Hühner seien recht gut isoliert, allerdings sollten die Sitzstangen nicht aus Metall und kotfrei sein. "Überhaupt ist es im Winter wichtig, auf ausreichend Hygiene im Stall zu achten. Eingefrorener Kot hat einen Kühlungseffekt, und wenn er unter den Hühnern auftaut, stellt er eine Feuchtigkeitsquelle dar." Auch an den Durst der Hühner sollte man denken - auch wenn die von Maier zusätzlich durch das Fressen von Schnee ihren Durst stillen. "Hühner picken auch gerne im Schnee, aber dennoch ist es gut, mindestens zwei Mal am Tag das eingefrorene Wasser zu wechseln", sagt er.

Etwas mehr Futter

So macht es auch Dietmar Haensel, Züchter aus Mainleus. "Darüber hinaus gebe ich früh etwas mehr Futter, auch mal Möhren, Äpfel und auch Grünfutter", sagt er. Die trockene Kälte hielten seine Hühner gut aus, "ich stelle sogar fest, dass sie in dieser kalten Zeit besser legen als zuvor".