In der Mitgliederversammlung des Hospizvereins Bad Kissingen stellte Pfarrerin Christel Mebert, gleichzeitig stellvertretende Vorsitzende, den Rückblick vor. "Das Jahr 2020 war kein normales Vereinsjahr, ab März 2020 wurde das Vereinsleben in einen Ausnahmezustand versetzt. Wir haben über Rundbriefe an die Mitglieder über die Geschehnisse im Verein berichtet, sind telefonisch, schriftlich und per Email in Verbindung geblieben." Kontaktsperren und Abstandsregeln machten bei der Sterbebegleitung die notwendige Zuwendung, Nähe und Berührung unmöglich. "Es war für alle Beteiligten eine schwierige Situation, die uns gezeigt hat, was wir zum Leben brauchen, nämlich die persönliche Begegnung, Zuneigung Liebe und das Füreinander - Dasein", ergänzte Christel Mebert.

Die 66 ehrenamtlichen Hospizbegleiter des Vereins erbrachten im Jahr 2020 1721 Stunden in der Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden. 37 Menschen sind bis zum Jahresende verstorben. Zahlreiche palliative Beratungen, Trauerbegleitungen und mehr als 50 Infogespräche zum Thema Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht standen auch 2020 an. Sie zeigen, dass der Bedarf an Information und Hilfe, trotz Coronapandemie nicht schwinde. Im Frühjahr 2020 konnte noch ein Ausbildungskurs zum ehrenamtlichen Hospizbegleiter mit zehn Teilnehmern abgeschlossen werden und die Hospizbegleiter investierten 400 Stunden ihrer Freizeit in Fort- und Weiterbildung. Durch zahlreiche Aktionen schaffte es der Hospizverein, die schwerstkranken und sterbenden Menschen sowie deren Zu- und Angehörige nicht aus dem Blick zu verlieren.

Zu Jahresbeginn 2020 konnte eine Gedenkfeier der Verstorbenen 2019 stattfinden. Mal- & Bastelaktionen von Kindern und Jugendlichen für Sterbende wurden organisiert. Es gab Gartenkonzerte für Bewohner von Alten- & Pflegeeinrichtungen. Kunstdrucke zum Thema "Hamsterkäufe" konnten den Kooperationspartner in der stationären Altenhilfe als Anerkennung übergeben werden. Zu Zeiten der Knappheit von Mund-/Nasenbedeckungen nähten Hospizbegleiter Stoffmasken. Auch ein neuer Hospizbegleiterkurs konnte mit neun Teilnehmern begonnen werden.

Christel Mebert appellierte an die aktiven Hospizbegleiter, das Angebot der fast monatlichen Supervision wahrzunehmen: "Diese Treffen sind wichtig und sollen den Teilnehmern helfen, ihre ehrenamtliche Tätigkeit und das eigene Wohlbefinden zu erhalten." Christel Mebert sprach einen großen Dank an den ehrenamtlichen Vorstand des Vereins und die Hospizbegleiter aus, die in dieser Zeit, zum Teil mit strengen Auflagen für Menschen zuverlässige und vertrauenswürdige Begleiter waren.

Rosi Bollwein, Schatzmeisterin seit August 2020, verlas den aktuellen Kassenbericht des Hospizvereins. Sie habe eine gute Einarbeitung und Unterstützung durch ihren Vorgänger Norbert Paulus erhalten. Kassenprüfer Peter Holzheimer bestätigte die Richtigkeit des Kassenberichts und bat um die Entlastung der Schatzmeisterin und des Vorstands. Diese erfolgte einstimmig. Ebenso wurde der Jahresbeitrag für den Verein einstimmig bestätigt.

Die Mitgliederversammlung 2020 endete mit der Verabschiedung von Christel Mebert (2. Vorsitzende). Im Namen des Hospizvereins überreichte Michaela Kaiser einen Blumengruß sowie ein Abschiedsgeschenk für die siebenjährige engagierte Vereinsarbeit und Unterstützung. red