Seit 25 Jahren unterstützt der Arbeitskreis Rumänienhilfe der evangelischen Kirchengemeinde Höchstadt den Diakonieverein in Mediasch. Aus diesem Anlass organisierten die Verantwortlichen im Arbeitskreis, Irmgard Conrad und Heinz-Friedrich Kiel, nicht nur einen Hilfstransport, sondern zugleich eine Begegnungsreise, an der weitere acht Gemeindemitglieder teilnahmen.
Die Delegation aus Höchstadt wurde herzlich in der Kirchengemeinde Mediasch aufgenommen, schreibt der Höchstadter Pfarrer Hans-Friedrich Schäfer in einem Pressebericht. Wie in den zurückliegenden Jahren gab es auch diesmal eine Paketaktion, bei der 320 Tüten für Bedürftige gepackt wurden. Im Gottesdienst zum Erntedankfest bedankte sich neben vielen anderen auch Landesbischof Reinhart Guib für die Hilfe, die schon über so viele Jahre geleistet wird.
Neben bereichernden Begegnungen mit den Menschen der Kirchengemeinde vor Ort blieb auch Zeit, das Umland von Mediasch kennenzulernen. Der Besuch von Hermannstadt, Schäßburg, Kronstadt, Bran und Birthälm hat gezeigt, dass Siebenbürgen auch touristisch viel zu bieten hat.


Staat will Zuschüsse streichen

Doch vor allem stand der Gedankenaustausch im Zentrum der Reise. Es ist laut Schäfer erstaunlich, mit wie viel Geduld und Gottvertrauen die Verantwortlichen in den Gemeinden weiter an einer Kirche bauen, in der der Mensch im Zentrum steht. Ein besonderes Zeichen dieses Willens und des Engagements sei das Altenheim in Hetzelsdorf, das vom Diakonieverein Mediasch betrieben wird. Drei Bauernhöfe wurden zu einem Alten- und Pflegeheim miteinander verbunden, das 30 Bewohnern eine Heimat bietet. Wer hier lebt, muss, solange er kann, in der Landwirtschaft mitarbeiten, um einen beträchtlichen Teil der Eigenkosten zu decken. Denn die hier Betreuten sind fast alle mittellos und auf Hilfe angewiesen. Die Angestellten arbeiten für den Mindestlohn. Jetzt steht das Haus vor einem möglichen Aus, so berichtet Ursula Juga-Pintican, erste Vorsitzende des Diakonievereins.
Der Staat, der mit etwa zwölf Prozent nur einen geringen Teil der Kosten trägt, habe seine Zuschüsse für dieses Jahr gestrichen, weil keine Brandmeldeanlage vorhanden ist. Gleichzeitig habe er gedroht, die Genehmigung für den Betrieb des Hauses zu entziehen. Bei ihrem Besuch haben die Höchstadter festgestellt, dass die Lage noch dramatischer ist. Das Haus braucht einen tieferen Brunnen, um die Wasserversorgung sicherzustellen, und eine neue Heizungsanlage soll die Kosten langfristig senken. Für die Bewohner wäre das Aus eine Katastrophe, keiner kann die Frage beantworten, was dann aus ihnen werden würde.
Der Arbeitskreis Rumänienhilfe der Christuskirche möchte sich weiterhin engagieren und sucht Spender, die bereit sind, die Arbeit mit zu unterstützen und die aktuell erforderlichen Baumaßnahmen mit zu finanzieren. Spenden können auf das Gabenkonto unter dem Stichwort Hetzelsdorf überwiesen werden: DE 46 7635 1560 0425 1797 51 bei der Kreissparkasse Höchstadt. red