Wie bereits im letzten Jahr herrscht auch heuer in Deutschland der Corona-Lockdown, als die Spargel ­ernte begann. Konrad Kreß vom gleichnamigen Spargel ­hof in Münchaurach, ist in diesem Jahr aber optimistischer: „Wir haben mit den Gesundheits­amt und der Berufs­genossenschaft Spiel­regeln festgelegt und Hygiene­regeln aufgestellt, wie wir unsere Mitarbeiter, wenn sie hier ankommen, unterbringen und wie wir das arbeitstechnisch regeln müssen. Das haben wir im letzten Jahr angefangen und in diesem Jahr weiter sukzessive weiter umgesetzt.“

Wie auf den vielen anderen Höfen auch, begann die Ernte des Morgen­tau-Spargels rund um Münchaurach aufgrund der kühlen Temperaturen etwas verhalten, der grüne Spargel ist bereits zwei­mal erfroren, steigere sich aber von Tag zu Tag.

Rechtzeitig trafen dazu auch, zuerst vier Ernte­helfer und dann noch elf Kollegen aus Rumänien ein. Dabei setzt die Familie Kreß auf die bewährte Stamm­mannschaft, die nicht nur den Spargel , sondern auch die Erdbeeren ernten. Die Saisonkräfte wurden vor ihrer Abreise getestet und erneut, bevor sie sich in die vorgeschriebene Quarantäne begaben.

Zuvor war einiges an Schreib­arbeit zu erledigen: Einreise­anmeldung und Anmeldung beim Gesundheits­amt sowie bei der Berufs­genossenschaft. Diese prüft insbesondere die Unterkunft und Arbeits­bedingungen. „Die aktuelle Schwierigkeit war eigentlich, dass die Saisonkräfte einen Corona-Test machen müssen und nur herdürfen, wenn sie negativ sind. Aber das ist für die Menschen dort vor Ort auch eine Belastung, verbunden mit der Angst , positiv zu sein und nicht arbeiten zu dürfen“, führt Kreß weiter aus.

Auf dem Spargel ­hof werden die Saisonkräfte wöchentlich getestet und wer will, kann jederzeit einen Selbst­test durchführen, denn es stehen ausreichend Selbst­tests zur Verfügung. Im Grunde sieht Konrad Kreß– außer der kühlen Temperaturen – keine Probleme , denn die Regeln seien klar. So wurde auch die Belegungs­dichte in der Unterkunft reduziert und eine weitere Wohnung angemietet.

Alle Zimmer auf dem Hof verfügen über getrennte Sanitärräume und wenn sich die Bewohner ebenfalls an die Regeln halten, „was sie auch tun“, wie Kreß lobt, dann ist die Ansteckungsgefahr gering. „In der Sortierhalle haben wir zwischen den Arbeitsplätzen die Abstände vergrößert und es wird natürlich mit Mund-Nasen­schutz gearbeitet“, erklärt der Chef des Münchauracher Spargel ­hofs.

Auch auf dem Spargel ­feld selbst wurden die Ernte­helfer neu eingeteilt, damit sie sich nicht in die Quere kommen. Ein weiterer Schritt war der Einsatz von mehr Klein­bussen, „die Folge sind zusätzliche Fahrten, aber wir sind damit auf der sicheren Seite“, erzählt Kreß.

„Wir hatten im letzten Jahr keinen positiven Fall und ich gehe davon aus, dass unser Konzept passt und sich auch in diesem Jahr niemand ansteckt“, hofft Kreß abschließend.