Zum Ausgang des Verfahrens gegen den ehemaligen Vizelandrat Christian Pech ( SPD ) erreichte uns folgender Leserbrief:

Nach dem fulminanten Freispruch in der Causa Christian Pech stellt sich mir als juristischem Laien das Ganze wie folgt dar: Pech wurde schuldlos Opfer staatsanwaltlicher Ermittlungen, wochenlanger U-Haft und politischer Demontage.

Das Verständnis, das die Landesanwaltschaft und der Verwaltungsgerichtshof von einem der Grundpfeiler unseres Rechtsstaates, nämlich der Unschuldsvermutung, an den Tag legen, muss wohl mindestens als merkwürdig angesehen werden: Wie sonst hätte ein vielversprechender Kommunalpolitiker während eines laufenden Verfahrens aus seinem Wahlamt suspendiert werden können? Hier sind nun offenbar Entschädigungen und Wiedergutmachungen zu erwarten.

Was die Strafverfolgungsbehörden zu leisten haben, ist gesetzlich geregelt. Aber darüber hinaus sind auch alle Bemühungen zu unternehmen, um Pech und seine Mitangeklagten zu rehabilitieren. Ich denke, der Landkreis Erlangen-Höchstadt wäre gut beraten, wenn der Landrat Pech in einer Kreistagssitzung formell und in allen Ehren aus dem Amt des stellvertretenden Landrats verabschiedet.

Wenn dabei auch eine förmliche Entschuldigung der Landesanwaltschaft verlesen würde, könnte das der Wiedergutmachung nicht schaden.

Das alles wären jedoch nur Maßnahmen, die vergangenes Unrecht aufarbeiten könnten. Einer hätte es allerdings in der Hand, im Hier und Jetzt Wiedergutmachung zu leisten: Günter Schulz.

Er, der nach seiner Wahl zum Zweiten Bürgermeister Höchstadts die SPD verlassen hat, kann das Kreistagsmandat niederlegen, damit Pech auf der SPD-Liste nachrücken kann. Es spricht nämlich viel dafür, dass Schulz bei der Kommunalwahl lediglich mehr Stimmen als Pech erzielte, weil Letzterer durch das ungerechtfertigte Strafverfahren benachteiligt war.

Volker Glab

Höchstadt

ehemaliger Stadtrat ( SPD )