„Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, heißt es in einem Karnevalslied. Auch in diesem Jahr endete traditionsgemäß die Fastnacht in Röttenbach mit der Rückgabe der Macht, des Rathausschlüssels, an den Bürgermeister und mit dem dazugehörigen Geldbeutelwaschen.

Der Brauch kommt ursprünglich aus der schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Er bildete bei den meisten Narrenzünften den Abschluss der Saison. Die Röttenbacher „Besenbinder“ pflegen schon immer diesen Brauch. Auch wenn es wegen Corona eine feierlose Session war und es nicht viel zu berichten gibt, überreichten die Narren den Rathausschlüssel dem Rathauschef, Bürgermeister Ludwig Wahl.

„Außer der Schlüsselübergabe am 11.11.2021 und der heutigen Rückgabe ist eigentlich in dieser Session nichts passiert. Das ist traurig und trostlos“, so der Präsident der „Besenbinder“, Thorsten Ott, bei der Schlüsselübergabe am Aschermittwoch. Er sprach von einer unsicheren Zeit. Stolz ist er jedoch auf die 480 Mitglieder des Vereins und die 180 Tänzer und Tänzerinnen, vor allem auf die Ü15-Mädels, die die „ Fastnacht in Franken “ tänzerisch perfekt bereichert haben. „Wir benötigten etwa 2500 Tests für die Mädels, dass sie überhaupt zusammen üben konnten“, verriet er weiter.

Gern gab er diesmal den Schlüssel an das Dorfoberhaupt zurück. „Covid hat alles überschattet und heute gibt es neue, schreckliche Themen. Doch die Welt dreht sich weiter – aber nicht im Sinne der Narren“, bedauerte Ott.

Bürgermeister Ludwig Wahl zeigte sich stolz auf seine „Besenbinder“. Gleichzeitig wies er auf die Röttenbacher Hilfsangebote für die Ukraine hin. Er bat die „Besenbinder“, ihr Netzwerk zu nutzen und die Röttenbacher Hilfsaktion zu unterstützen. Nötig seien Decken, Schlafsäcke, Matratzen, Bettwäsche, haltbare Lebensmittel und mehr (Kontakt: Frau Neuner 09195/949051). Ein Röttenbacher Immobilienunternehmer stellte bereits 50 Wohneinheiten in und um Röttenbach für Flüchtlinge zur Verfügung.

In Zusammenarbeit mit dem Missionswerk „Friedensbote“ werden Hilfstransporte in die Ukraine organisiert. Die Gemeinde Röttenbach habe bereits die Turnhalle zur Verfügung gestellt. Außerdem wird sie mit einer Geldspende helfen. Wer sich beteiligen will, kann ebenfalls spenden bei der Raiffeisenbank Seebachgrund eG, IBAN DE77 7606 9602 0000 4103 14 Verwendungszweck Ukraine. jb