90 Prozent der deutschen Berufspendler fahren allein - somit bleiben fast immer bis zu vier Plätze im Auto frei. Mit Hilfe einer Mitfahr-App könnte das Verkehrsaufkommen deutlich reduziert werden, meinen die Erlanger Grünen. "Schon bei einem Mitfahrer pro Auto würde der Pendelverkehr halbiert werden. Bei der riesigen Zahl von Pendlern in Erlangen wäre das massiv zu spüren", sagt Carla Ober, grüne Sprecherin für Mobilität , in einer Pressemitteilung.

Die Grünen beantragen zusammen mit SPD , FDP und Klimaliste die Aufnahme von Gesprächen zur Einführung einer einheitlichen Echtzeit-Mitfahr-App für Mitarbeiter aller Arbeitsstätten in Erlangen . Es geht um Abstimmungen mit den großen Unternehmen, Institutionen und Nachbargemeinden zur Einführung eines einheitlichen Systems. "Der Erfolg einer Mitfahr-App hängt maßgeblich von der Attraktivität des Angebots und der Zahl der Nutzer ab. Wir hoffen, dass möglichst viele Arbeitgeber der Metropolregion mit ins Boot geholt werden können", erläutert Eva Linhart, grüne Sprecherin für Wirtschaft.

Flexibles Echtzeitsystem

Konkret wird ein flexibles Echtzeitsystem gefordert, so dass jederzeit spontan eine passende Mitfahrgelegenheit gefunden werden kann. Die angestrebte Mitfahr-App stellt aus grüner Sicht einen wichtigen Schritt zur Reduzierung des Autoverkehrs dar. Dabei sollte ein System ausgewählt werden, dass durch Anbindung anderer Verkehrsmittel wie Bus, Bahn, Carsharing und Fahrradverleih zu einer Mobilitätsplattform weiterentwickelt werden kann. Tina Prietz, grüne Sprecherin für Klimaschutz, verdeutlicht: "Nur eine flexible, umfassende Mobilitätsplattform ermöglicht eine echte Alternative zum eigenen Auto . Wir sollten die Chancen der Digitalisierung für die klimafreundliche Mobilität der Zukunft nutzen." Um möglichst viele Menschen zu erreichen, soll mit dem Start der App noch bis zum Ende der Pandemiebeschränkungen abgewartet werden, heißt es in dem gemeinsamen Antrag der vier Erlanger Stadtratsfraktionen. red