Auch bei der Mitgliederversammlung der Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt war das bestimmende Thema Corona. In der Lebenshilfe herrscht noch zum Teil die Ausnahmesituation. „Wir finden erst langsam wieder zurück in eine Normalität. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben während der Pandemie trotz so vieler Unsicherheiten und Ungewissheiten Hervorragendes geleistet“, lobte Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Wustmann. Die akute erste Phase im März/April 2020 und vor allem die zweite und dritte Welle im Herbst 2020 und Frühjahr 2021 seien – auch wenn Corona-Fälle in den Einrichtungen nicht gänzlich verhindert werden konnten – gut gemeistert worden.

Fachkräftemangel fordert heraus

Trotz der Herausforderungen durch die Corona-Krise wurde von Seiten des Aufsichtsrates inklusive der Führungsmannschaft die Idee des Lebenshilfe-Verbundes weiter ausgebaut, d.h. die Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt inklusive der beiden Tochterunternehmen Iintec Arbeitsraum und WAB Lebensraum agieren trotz der unterschiedlichen Körperschaften nunmehr verstärkt als eine Einheit. Durch diese Einheit, zu der mittlerweile mehr als 600 Beschäftigte zählen, können für die Menschen mit Behinderung viele Vorteile generiert, organisatorische übergreifende Aufgaben können gemeinsam gestaltet und geleistet werden. Eine dieser strategischen Herausforderungen ist der stetig steigende Fachkräftemangel .

Vor vier Jahren war die Gründung und Etablierung einer Fachschule für Heilerziehungspflege in Zusammenarbeit mit der Gemeinnützigen Gesellschaft für soziale Dienste eine gewichtige Antwort auf diese Herausforderung. Zum Schuljahr 2021/2022 startet nun bereits der dritte Kurs.

Auch aktuell stehen weitere zukunftsweisende Projekte im Lebenshilfe-Verbund an. U. a. schafft die Lebenshilfe in der Einsteinstraße die Möglichkeit für Menschen mit schweren Behinderungen, mit Tieren in Kontakt zu treten und sich um sie zu kümmern. Diese tiergestützte Arbeit bietet zukünftig, gerade für Menschen mit Schwerbehinderungen, viele Möglichkeiten.

Neues Wohnheim geplant

Neben weiteren Bauprojekten, wie beispielsweise einer Erweiterung des Autec ArbeitsRaums in Weisendorf, steht vor allem ein großes Bauvorhaben im Mittelpunkt: In der Beethovenstraße soll ein Wohnheim für 24 Bewohner mit Behinderung entstehen. Dieses wird auch einen Nahversorgungsmarkt beinhalten. Weiterhin wird eine Kindertageseinrichtung und ein Café untergebracht sein. Ziel ist neben der Schaffung von weiterem Wohnraum auch die Teilhabe der Menschen mit Beeinträchtigung im Sozialraum der Stadt Herzogenaurach .

17,5 Millionen Euro Bauvolumen

Das gesamte Bauvolumen wir auf 17,5 Millionen Euro geschätzt, große Teile der Finanzierung sind von Stadt, Land und der Lebenshilfe bereits gesichert. red