Absolute Tiefenentspannung bestimmte die neunte Ausgabe der Comedy-Serie von und mit Atze Bauer und Jörg Kaiser. Zu Gast waren sie bei Judith Beuschel in ihrer „Praxis für ganzheitliche Körper- und Energiearbeit“. Folglich freute sich auch Atze Bauer, dass die Zuschauer wieder dabei sind.

„Des Wetter passt ja super. Wenn’s draußen schifft, kann man viel besser entspannen“, stellte Bauer fest. Jörg Kaiser meinte: „Bei uns regnet’s sogar indoor.“ Der Grund für diese Feststellung: Neben ihm war ein kleiner Brunnen aufgebaut. Außerdem zeigte sich Kaiser beeindruckt von den vielen Funktionen und Tätigkeiten, denen Beuschel nachgeht. „Du bist ja Bandleaderin, Praxisinhaberin, Geschäftsführerin und Unternehmerin. Aber du bist ja multitasking-fähig“, sagte er. Danach stellte er fest: „Bei uns Männern würde des gar nicht funktionieren.“

Können Mikrofone zurückspucken?

Wie sehr die Pandemie den Alltag noch immer im Griff hat, zeigen auch die Beobachtungen der beiden Unterhaltungskünstler . So wunderte sich Atze Bauer, ob denn Mikrofone zurückspucken können. „Weil bei der ADR haben sie die immer mit Plastiktüten umwickelt, obwohl sie ewig weit weg stehen.“ Für Jörg Kaiser ist die wichtigste Nachricht die, dass die Wirtschaften geöffnet haben. Etwas, an das man sich erst wieder gewöhnen müsse. „Deswegen übe ich auf fleißig das In-die-Wirtschaft-Gehen“, erzählte er aufgeregt.

Bei dieser Übung habe er seinen kroatischen Freund Ivo getroffen, mit er sich über die Gastfreundschaft der Franken unterhielt. Ivo habe nämlich behauptet, dass „der Kroate so was von gastfreundlich“ sei. „Dann habe ich dem Ivo gesagt, dass wir Franken auch super gastfreundlich sind. Erst letztens habe ich bei mir daheim einen Partyraum eingerichtet. Ivo entgegnete: ,Das ist das Problem. Ihr schickt eure Gäste in den Keller.‘“ Worauf Jörg Kaiser nur klarstellte: „Was heißt Gäste, Ivo? Verwandtschaft halt.

Musikalischen Hochgenuss präsentierte Multitasking-Talent Judith Beuschel dem Streaming-Publikum gemeinsam mit ihrer Band „Acoustec“. Die spielten neben einem Cover von Anastacias „I’m Outta Love“ auch eine eigene Interpretation von Madcons „Don’t Worry feat. Ray Dalton“. Über ihr Klangstudio klärte sie die Zuschauer nach ihren Auftritten ebenfalls auf. In sogenannten „Klangsitzungen“, die rund eine Stunde ein Anspruch nehmen, lasse sie die verschiedenen Töne auf das vegetative Nervensystem einwirken.

Eine Feststellung ihrer Sitzungen: „Die meisten Menschen werden von Regen zum Beispiel beruhigt.“ Etwas, das Jörk Kaiser auf Anhieb nachvollziehen konnte. Er ergänzte: „Außer man ist beim Open-Air-Konzert . Da ist der Regen nicht so beruhigend, kann ich mir vorstellen.“

Wohl auch deswegen durfte „der Kaiser“ die Entspannung am eigenen Leib erleben. Schon kurze Zeit, nachdem er auf der Liege von Judith Beuschel Platz nehmen durfte, fand er sich mit mehreren Klangschalen auf dem Körper und einer sogenannten „Regen-Säule“ neben dem Kopf wieder. Der Entspannungs-Effekt hielt genau so lange, bis er realisierte, dass Atze Bauer als Assistent von Beuschel die Aufgabe hatte „den Kaiser von unten zu beklingen“.

„Da kann ich nicht entspannen, wenn ich weiß, dass der Herr Bauer unter mir liegt“, sagte Kaiser. Atze Bauer, kaum dass er unter der Liege in Position gegangen war, stellte indes fest: „Ja, der Auspuff ist ziemlich im Eimer.“ Nach der Klang-Einheit versuchte sich Jörg Kaiser ganz entspannt an seiner Rubrik „Kaisers krachende Kommentare“.

Die Mär vom maulfaulen Franken

Dabei beklagte er sich über den Sinneswandel zahlreicher Franken aus seinem Umfeld. „Auf einmal ist der Franke nicht mehr maulfaul“, wunderte er sich. „Da steht die Schistel-Anneliese in der Metzgerei und bindet drei Fachverkäuferinnen, indem sie über ihre Beziehungsprobleme schwadroniert. Und dabei ist die Anneliese eingefleischte Vegetarierin!“ Sein nächstes Beispiel spielte bei seiner Zahnärztin : „Den Unterkiefer ausgerenkt, im Mund ein Bohrer, Sauger und der Unterarm der Zahnärztin . Da fängt die an, mich vollzutexten: ‚Und wie geht’s uns denn heute? Ganz schön heiß, oder? Schönen Urlaub gehabt?‘“ Mehr als einen unverständlichen Laut habe er nicht als Antwort von sich geben können. „Was man halt so rausbringt mit einem zahnmedizinischen Ersatzteillager in der Goschn“, sagte er. Kampflos will er jedoch die Situation nicht über sich ergehen lassen und schmiedete live einen Plan. „Ich hab mir was überlegt. Wenn ich morgen in der Warteschlange vorm Bäcker stehe, dann kläre ich das mit dem umliegenden Wartenden. Dann werde ich halt auch so ein greislicher Smalltalk-Schlurcher“, erklärte Jörg Kaiser.

Den Abend rundete der Besuch von Christian Schmidt von der Bücherei „ Bücher Schmidt“ aus Adelsdorf ab. Der Preisträger des „deutschen Buchhandlungspreises 2021“ erzählte von seinen Maßnahmen während des ersten Lockdowns. „Da habe ich die bestellten Bücher persönlich mit dem Fahrrad ausgeliefert.“ Außerdem thematisierte er im Gespräch mit Atze Bauer, wie es zu der Auszeichnung kam. Schlussendlich gab er einen Einblick in ein Buch von Horst Ebers. Der beschreibt lustige Erlebnisse aus dem Alltag. In der von Schmidt gelesenen Geschichte ging es um ein Phänomen der Neuzeit. Denn: „Die Bäckereien haben sich verändert“, so die Feststellung des Autors. Bevor sich „Sonst nu was?!“ in die Sommerpause verabschiedet, soll es noch eine große Show bei der Flaschnerei und Dachdeckerei Michael Janko geben. Am 14. Juni ab 20.30 Uhr auf der Facebookseite des Fränkischen Tags Erlangen-Höchstadt. Dort sind alle Folgen der Show auch im Nachhinein abrufbar, sollte man eine verpasst haben.