Bereits am Donnerstag letzter Woche demonstrierte Fridays for Future (FFF) Erlangen für einen kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr ( ÖPNV ) und gegen die Preiserhöhungen, die an diesem Tag im Erlanger Stadtrat beschlossen werden sollten. Dabei kritisierten die Demonstranten die Pläne der Stadtregierung.

Hanna Wanke, FFF-Aktivistin, machte vor den Teilnehmern des Protestzuges darauf aufmerksam, dass „der erfundene Gegensatz, den die Stadtregierung, allen voran die SPD , in den letzten Tagen aufgemacht hat“, nicht weiterhelfe. Um nach aktuellem Stand einen kleinen Bereich der Innenstadt kostenlos zu machen, solle den Plänen zufolge der gesamte restliche ÖPNV teurer werden. Wanke: „Beides möglich zu machen ist aber keine Frage von Gegensätzen, es ist eine Frage des politischen Willens.“ Man wisse, dass beides möglich ist, also sowohl kostenloser Verkehr in der Innenstadt , als auch billigerer und zukünftig sogar kostenloser ÖPNV in den Landkreis. „Wir wissen, dass beides möglich sein muss, um in der Klimakrise noch die Kurve zu kratzen. Wir lassen uns nicht spalten in Stadtbewohner und Landbewohner.“

Über 120 Menschen nahmen an der Kundgebung am Schlossplatz teil. Nach einem halbstündigem Auftakt zog ein 30-minütiger Demonstrationszug vom Schlossplatz zum Rathausplatz, wo die Kundgebung ein Ende fand. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Kundgebung auch live auf Instagram gestreamt.

Wanke machte darauf aufmerksam, dass der ÖPNV ein wichtiger Teil der Verkehrswende sei und am meisten von Menschen mit geringem Einkommen genutzt werde. „Wir stellen uns daher gegen das Vorhaben der Stadt.“ Statt vom sogenannten Klimaaufbruch könne jetzt fast von einem Klimarückschritt gesprochen werden.

Fridays for Future streikt seit über zwei Jahren für globale Klimagerechtigkeit. Die Bewegung fordert eine Politik, die der historischen Verantwortung von Industrie­nationen wie Deutschland gerecht wird. red