Bernhard Panzer

Für Bürgermeister German Hacker ( SPD ) war eine Vergabe zum Rathausneubau in der jüngsten Stadtratssitzung eine durchaus erfreuliche Angelegenheit. Blieb das Unternehmen, das den Auftrag an diesem Abend erhielt, doch deutlich unter der letzten Kostenschätzung.

Ganze 30 Prozent günstiger als die Berechnung war die Firma Fenster und Fassadenbau Rommel aus Großbodungen mit ihrem Angebot. Das umfasste die Alu-Holzfenster und Sonnenschutzanlagen. Auftragssumme: rund 647 000 Euro. Bürgermeister Hacker : "Ich freue mich, dass wir damit einen weiteren guten Schritt nach vorne mit dem Bau des neuen Rathauses gehen können."

Allerdings herrschte nicht überall im Gremium eitel Sonnenschein. Hatte der Stadtrat doch just in der gleichen Sitzung zuvor lange über die Nachhaltigkeit gesprochen und drei Grundsatzbeschlüsse gefasst. Unter anderem den Beschluss, dass private Bauherren bei Neubauten auf Grundstücken, die sie von der Stadt erwerben, den Passivhausstandard (kfw 40) erfüllen müssen.

Für das Rathaus gelte das nicht, kritisierte Manfred Welker von den Freien Wählern . Da wurde ein Standard von kfw 55 hergenommen. Das rügte auch Curd Blank von der SPD , der sich zuvor beim Thema Nachhaltigkeit schon geäußert hatte. Ihm wäre es seinerzeit lieber gewesen, und auch heute noch, wenn man stattdessen kfw 40 gewählt hätte.

Fünf Gegenstimmen

Welkers Kritik galt vor allem den Alufenstern. "Das passt nicht zu den vorher gefassten Beschlüssen", meinte er. Die Herstellung von Alu erfordere sehr viel Energie. Diese Vergabe sei nicht zielführend, wenn man den zuvor angesprochenen Vorbildcharakter der Stadt auch hier aussprechen wolle. Bürgermeister Hacker korrigierte Welker dahingehend, dass es sich ja um keine Alufenster handle, sondern Holzfenster mit einem Schutz aus Aluminium .

Am Ende gab es fünf Gegenstimmen: die komplette Fraktion der Freien Wähler plus der AfD-Vertreter. Bei Bürgermeister Hacker rief das Kopfschütteln hervor. Er sah für die Gegenstimmen in der jetzigen Stadtratssitzung, da es ja nur um die Vergabe also Ausführung eines Beschlusses ging, keinen sachlichen Grund. Der Zeitpunkt wäre vor drei Jahren beim Beschluss gewesen.

Neun hatten abgegeben

Acht von neun abgegeben Angeboten waren zugelassen worden. Auch die beiden zweit- und drittgünstigen Firmen lagen fast ebenso deutlich unter der Schätzung. Zu den Leistungen zählen die Aluminium-Holz-Fensterelemente, die Außenfensterbänke in Leichtmetall (Alu) und die Sonnenschutzanlagen für die Fenster in Raffstore-Ausführung, ebenfalls aus Aluminium .