Unter dem Motto „ Kleider machen Leute“ sammelt die Diakonie Erlangen Spenden für den Notfonds „Erste Hilfe gegen Armut “. Dieser unterstützt neben den Hilfen für Menschen in Wohnungsnot, der Tafel, der Bahnhofsmission , der Sozialberatung und den Hilfen für bedürftige Kinder auch den Gebrauchtwarenladen der Diakonie , der dieses Jahr im Mittelpunkt steht. In der „Fundgrube“ können Menschen einkaufen, die wenig Geld zur Verfügung haben.

Über Armut wird nicht gern gesprochen und in Erlangen ist sie wenig sichtbar. Dabei betrifft sie weit mehr Menschen, als viele glauben, und die Zahl steigt. Besonders häufig betroffen sind Alleinerziehende , Erwerbslose und Rentner. „ Kleider machen Leute“ ist eine unbequeme Wahrheit. Kleidung kann ausgrenzen und diskriminieren. Sie kann aber auch das Selbstwertgefühl stärken, Türen öffnen und das Bedürfnis nach einem gepflegten Aussehen befriedigen. In einem Geschäft einzukaufen und sich seine Kleidung selbst auszusuchen, das wünscht sich jeder.

„Fundgrube“ hilft Familien

Gerade für Familien mit wenig Einkommen ist die „Fundgrube“ dabei eine große Hilfe. „Die Wachstumsschübe der Kinder gehen ganz schön ins Geld“, sagt

Amina* (44), die zusammen mit ihrer Schwester Nadia* (39) regelmäßig im Laden der Diakonie einkauft. Hauptsächlich Kleidung für die Kinder , Spielzeug und Schulsachen, aber bald auch wieder Weihnachtsgeschenke. Dabei entlaste es einfach, hier günstiger einkaufen zu können. Und gerade für die Großen sei es wichtig, wie sie angezogen sind, erklärt Nadia: „Sie wollen dazugehören.“ Außerdem gefalle ihnen, dass Second-Hand gut für die Umwelt ist. Man müsse ja nichts neu kaufen, das es schon gebe. Beide Schwestern wohnen mit ihren Familien auf sehr engem Raum und sind froh, dass es die „Fundgrube“ gibt.

Armut bedeutet Verzicht und oftmals schleichende Vereinsamung. Einige der Kunden und Kundinnen kämen gar nicht zum Kaufen, sondern nur zum Schauen und um mit jemandem zu reden, berichtet Gabi Lederer, die seit 2013 im Laden mitarbeitet und ihre Stammkundschaft gut kennt. „Es gibt keine großen Hürden, um ins Gespräch zu kommen, und das ist es, was uns ausmacht.“

Mehr als ein Geschäft

„Wir sind eben weit mehr als nur ein Geschäft“, sagt Monika Köhler, die die „Fundgrube“ leitet. Es herrsche meist großes Vertrauen zwischen den Kunden und dem Team. Durch die Schließungen während der Lockdowns war der Laden selbst in einen finanziellen Engpass geraten. Der Umsatzausfall während Corona hat ein großes Loch in die Kasse gerissen. Dafür werden nun Spenden gesammelt. (* Namen geändert). red