Kosbach  — Bereits zum 16. Mal fand das Erlanger Bockbier-Martini-Treffen statt. Aufgrund der Einschränkungen durch Corona in diesem Jahr im Fischerhof der Familie Oberle in Kosbach . Peter Oberle betreibt dort mit Hofbräu Oberle eine eigene Brauerei und ist dadurch dem Brauwesen in der Region eng verbunden. Aus diesem Grund ging der Dank von Jochen Buchelt, Bierkundler und im Heimat- und Geschichtsverein für die Abteilung Brauereigeschichte zuständig, an die ganze Familie Oberle in Kosbach , die in diesem Jahr ihren Hof als „Ausweichquartier“ gerne zur Verfügung gestellt hatte. Denn das Bergkirchweihgelände kann dafür nicht genutzt werden.

Der Martinstag, der 11. November, ist in Erlangen ein besonderer Termin, trägt doch die Kirche auf dem Martinsbühl ein Martinspatrozinium. Für Jochen Buchelt vom Heimatverein ist das Datum auch Anlass, mit Unterstützung zahlreicher Brauer das erste Bockbier der Saison 2021/2022 am Freitag vor Martini zu verkosten. Die einzelnen Sude sollten gemeinsam probiert und ausgetauscht werden, genauso, wie der heilige Martin seinen Mantel mit dem Bettler geteilt hatte. Glücklicherweise war das Wetter nicht zu kalt und es regnete auch nicht, so dass sich die Anwesenden die mitgebrachten Brauereierzeugnisse munden lassen konnten.

Buchelt verknüpfte auch die eigentliche Profession der Familie Oberle, die Teichwirtschaft und Fischzucht, mit dem Brauwesen. Denn viele Jahrhunderte lang holte man im Winter das Eis aus den Fischteichen, mit dem dann im Sommer das Bier gekühlt wurde.

Nicht fehlen durfte auch in diesem Jahr eine Abbildung, die Martin mit einem bierseligen älteren Herren auf einem Bock zeigt, in dem die Erlanger unschwer den bereits verstorbenen König der Bergkirchweih, nämlich ihren „Pinsl“, erkennen können. Den Entwurf für das Plakat lieferte Jürgen Hippe.

In seinem Rückblick auf die vergangene Zeit sprach Buchelt einige Eckpunkte an. Leider stellte Klostermalz in Frauenaurach 2017 den Betrieb ein, einige Hobbybrauer sicherten sich aber Malz aus der letzten Produktion und brauen mit diesen Reserven ihren guten Stoff. Die Brauerei Kitzmann beendete am 28. September 2018 ihre Brautätigkeit. Die letzte Charge, die in den Verkauf kam, war ein heller Bock.

Nach dem offiziellen Teil konnten sich die Anwesenden von der Qualität der hellen Weizenböcke überzeugen. Vertreten war Hofbräu Oberle in Kosbach , Steinbach Bräu aus Erlangen und Krapp Bräu aus Alterlangen. Nicht weniger „Süffiges“ hatten die zahlreichen Hobbybrauer dabei, ohnehin ist die Brauerszene in Franken fest verwurzelt und stellt die stärkste Gruppe im Hobbybrauerverein. Da war zum einen Vierbräu von Petra „Willi“ Paulsen, Andreas Sperr und Co. aus dem Erlanger Süden, Stefan Bauer mit seiner Sudstätte am ehemaligen Bayreuther Tor von Erlangen, Peter und Susanne Reinhold mit ihrer Höllwiesenbräu in Büchenbach sowie Josef Koblischek mit seinem Ranchbräu in Buckenhof. Am Erlanger Rathsberg brauen, jeder in einer eigenen Sudstätte, Dr. Oliver Rolshoven sowie Mathias Kiehn, aus dem Erlanger Oberland waren Wachebräu von Horst Behr in Gleisenhof und Heinz Reis aus Neunkirchen am Brand vor Ort. Leider fehlten die umtriebigen Universitätsbrauer in diesem Jahr, bedingt durch eine Baustelle auf dem Gelände.