Auf der Tagesordnung der Herzogenauracher Bauausschusssitzung am Dienstagabend standen wie schon in den vorausgegangenen Sitzungen zehn Bauanträge auf der Herzo Base. Nach Aussage von Corinna Gergen vom Bauamt wurden inzwischen nahezu alle Bauanträge für die Parzellen an der Bertolt-Brecht-Straße eingereicht. "Es füllt sich mehr und mehr", kommentierte Bürgermeister German Hacker ( SPD ) auch die weiteren Bauanträge an der Kurt-Tucholsky-Straße und an der Bertolt-Brecht-Straße. Gerade die Bauanträge auf der Herzo Base fallen nahezu alle unter das Genehmigungsfreistellungsverfahren nach der neuen Fassung der Bayerischen Bauordnung und wurden jeweils zur Kenntnis genommen.

Bei der Errichtung einer Terrassenüberdachung an der Alfred-Fried-Straße werden abweichende Abstandsflächen befürwortet. Allerdings weisen die Herzo Werke darauf hin, dass bei dem Bauvorhaben die Gefahr besteht, dass Versorgungsleitungen (Fernwärme) überbaut werden. Die Fundamente seien mindestens 1,20 Meter von den Leitungen entfernt zu errichten. Vor Baubeginn sei Rücksprache mit den Herzo Werken zu halten.

Befreiungen erteilt

In einer früheren Sitzung wegen der Dachform abgelehnt wurde der Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage, Fahrradgarage und Pool an der Leharstraße. Die geplante bauliche Anlage entspricht zwar nicht den Festsetzungen des Bebauungsplanes "Schleifmühlweg", aber die Befreiungen zur Überschreitung der Baugrenze, Dachneigung, Kniestock und Ziegelfarbe werden befürwortet. Wie bei allen Bauanträgen wurde bei der Anlage von Stellplätzen empfohlen, eine angemessene Anzahl derart zu gestalten, dass sie den Anforderungen als E-Tankstelle für E-Mobilität genügt.

Ein größeres Bauvorhaben betraf die formlose Bauvoranfrage zum Neubau eines Büro- und Wohnhauses an der Hans-Herold-Straße hinter der Bushaltestelle gegenüber dem Freizeitbad Atlantis. Die geplante bauliche Anlage entspreche nicht den Festsetzungen des Bebauungsplanes "Am Welkenbacher Kirchweg". Für die geplante Bebauung mit zwei Vollgeschossen (Büronutzung) und einem darüber liegenden Geschoss zur Wohnnutzung wurde das gemeindliche Einvernehmen in Aussicht gestellt. Für die angefragte Flachdachbebauung konnte das gemeindliche Einvernehmen allerdings nicht in Aussicht gestellt werden, es wurde ein Satteldach gefordert.

Eine Befreiung für die Überschreitung der Baugrenze mit dem Hauptgebäude und den Balkonen könne in Aussicht gestellt werden und auch den Stellplätzen außerhalb der festgesetzten Fläche kann zugestimmt werden. Unter der Voraussetzung einer extensiven Dachbegrünung könne es auch für die Errichtung von Carports anstatt "offener Stellplätze" außerhalb der festgesetzten Fläche grünes Licht geben. Aus gestalterischen Gründen seien die seitlichen und rückwärtigen Verschalungen gemäß der Pflanz- und Artenliste zu begrünen. Auch die städtische Baumschutzverordnung sei zu beachten. Vor der Einreichung eines Bauantrags sei daher zwingend eine Kontaktaufnahme mit dem städtischen Umweltamt erforderlich.