Der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Herzogenaurach traf sich nach langer Corona-Pause im Generationen-Zentrum zum ersten Mal wieder, um langjährige Mitglieder zu ehren. Im letzten Jahr war schon alles vorbereitet, aber dann kam alles anders. Der Corona-Lockdown unterband alle Veranstaltungen. Auch beim jetzigen Ehrungsnachmittag unter der 2G-Regel war Corona ein Thema.

„Wir haben im letzten Jahr lange gehofft und geplant, aber die Pandemie warf alles über den Haufen“, erklärte die Vorsitzende Ursula Hasslauer bei ihrer Begrüßung . Umso mehr freute sie sich, zusammen mit dem Awo-Kreisvorsitzenden Christian Pech, dass man nun Peter Prokop für 60-jährige und Heinrich Kaltenhäußer für 40-jährige Mitgliedschaft in der Arbeiterwohlfahrt danken und ehren konnte.

Ursula Hasslauer, die der Awo auch schon über 30 Jahren angehört, bedauerte, dass es coronabedingt zu vielen Einschränkungen gekommen ist und immer noch kommt. So wird der „Senioren-Club“ ebenso schmerzlich vermisst wie Treffen und insbesondere die Tagesfahrten und Ausflüge.

Wie die Vorsitzende berichtete, gab es bereits viele Anmeldungen zum Weihnachtsmarkt und zum Adventssingen, die jetzt wieder abgesagt wurden. „Aber wir bleiben optimistisch , dass das Jahr 2022 besser wird und wir einiges nachholen können“, gab sich Ursula Hasslauer zuversichtlich und warb für die Impfung.

Im letzten Jahr mussten nicht nur Veranstaltungen und Fahrten abgesagt werden, auch die Besuche bei runden Geburtstagen mussten unterbleiben und wurden jetzt beim nachmitttäglichen Kaffee nachgeholt.

In seiner Laudatio erinnerte der Kreisvorsitzende Pech an die 102-jährige Geschichte der Arbeiterwohlfahrt , die am Dezember 1919 auf Initiative von Marie Juchacz und anderen engagierten Frauen gegründet wurde. Daraus ist dann die sozialdemokratische Arbeiterbewegung entstanden. Maria Juchacz war die erste Frau, die in einem deutschen Parlament , der Weimarer Nationalversammlung, das Wort ergriffen hatte.

Mit ihrer über 100-jährigen Geschichte zählt die AWO zu den ältesten Wohlfahrtsverbänden in Deutschland. Marie Juchacz erlangte die Zustimmung des Parteiausschusses der SPD zur Gründung des „Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt “. Er bezweckt die Mitwirkung der Arbeiterschaft bei der Wohlfahrtspflege, um hierbei die soziale Auffassung der Arbeiterschaft durchzusetzen.

„In den mehr als 100 Jahren ist viel passiert“, betonte der Kreisvorsitzende und erinnerte die Jubilare an eine Reihe von geschichtlichen Ereignissen während ihrer langjährigen Mitgliedschaft.

Die Vorsitzende konnte aber auch nachträglich zu 14 Geburtstagen , vom 70. bis zum 85., gratulieren und den anwesenden Jubilaren eine Flasche Frankenwein überreichen, und sie freut sich schon auf das nächste Wiedersehen.