reinhard löwisch Von Forchheim aus in einer knappen Stunde über die B 470 erreichbar ist der kleine Ort Ebrach mit seinem großen Kloster, dass teilweise seit 1851 als Gefängnis und seit 1958 als Jugendstrafanstalt genutzt wird. Die andere Hälfte des Klosters wird heute als beliebtes Ausflugsziel öffentlich gezeigt. Schon am Marktplatz wird auf den Baumwipfelpfad hingewiesen, der etwas außerhalb auf der Anhöhe angelegt Ist.

Auf einem Holzpfad entlang

Vom 350 Stellplätze umfassenden Parkplatz sind es ebenen Weges einige hundert Meter durch den schattigen Buchenwald. Nach dem Kassenhäuschen betritt man schon den Holzpfad und überquert damit eine Schlucht, die mehr als 20 Meter tiefer liegt. Damit bewegt man sich schon auf "Augenhöhe" zu einigen Baumwipfeln; viele enthalten Nistkästen. Schautafeln entlang des Weges erklären die Waldbewohner: einige Stationen gewähren per Video Einblicke in die Kinderstube von Vögeln (wie dem Kleiber), die einige Meter weit in den Baumwipfeln zu sehen sind. Wenn man Glück hat, sieht man kleine Reh-Gruppen, die an den bekannte Futterplätzen äsen und sich dabei von den Besuchern gerne beobachten lassen.

In neuen Schleifen hinauf

Rund 26 Meter über dem Waldboden betritt man den bekannten Teil des Lehrpfades, der sich in neun Schleifen und mit maximal sechs Prozent Steigung (damit ist er auch für Rollstuhlfahrer geeignet) auf Holzbohlen nach oben windet. Schluss ist nach rund 600 Metern. Dann hat man die maximale Höhe von 42 Metern erreicht und kann einen weiten Rundumblick über die Wälder des Steigerwaldes werfen.

Blick in die Weite und Tiefe

Ein herrlicher Ausblick, der ab und an durch böige Winde gestört werden kann. Daher ist auch im Sommer für kurze Zeit eine Windjacke empfehlenswert. Da der oberste Ring etwas kleiner ist als der nächste darunterliegende, führt ein Blick nach unten nur einige Meter in die Tiefe. Damit "erspart" man etwas schwindelanfälligen, weil höhenängstlichen Besuchern, den Blick in die endlos scheinende Tiefe.

Der Pfad ist im Übrigen mit einem hohen Zaun abgesichert, so dass man auch Kinder frei laufen lassen kann. Der Rückweg verläuft etwas anders und endet an einem riesigen Kinderspielplatz mit Kiosk und Eisschlemmereien mitten im Wald. Von dort sind es nur wenige Meter zum Eingang, wo man nach getaner Arbeit auch im Biergarten etwas ausspannen kann. Mit Pause kann man so rund zwei Stunden Zeit verbringen und dabei eine Menge frischer Luft konsumieren.

Das Schönste: Solange nicht alles voll ist, maximal 200 Personen dürfen derzeit auf einmal rein, kommt man ohne Maske aus, da der obligatorische Abstand zum Nachbarn gewährt werden kann und sich die Rückkehrer nicht mit den eintretenden mischen können. Will man aus dem halbtägigen Ausflug einen Ganztagestrip machen, könnte man nach dem Baumwipfelpfad noch das Kloster Ebrach besuchen oder 30 Kilometer weiterfahren, um die Mainschleife mit dem bekannten Weinort Volkach anzuschauen.