Die Eckdaten für den Kreishaushalt 2022 sind nicht gerade rosig - und das, obwohl Kreiskämmerer Rainer Dippold über verbleibende Einnahmen aus Umlagen in einer Größenordnung von 1,53 Millionen Euro verfügt. Der Grund: Nahezu in der gleichen Größenordnung klafft im Verwaltungshaushalt derzeit eine Deckungslücke.

"Wir versuchen alles, aber leicht wird es nicht!", sagte Dippold in der gestrigen Sitzung des Kulmbacher Kreistags, die wegen Corona in der Steinachtalhalle in Stadtsteinach stattfand. Die Aussage des Kämmerers kam fast schon einem Hilferuf gleich, denn im Verwaltungshaushalt konnte kein einziger Euro eingespart werden, im Gegenteil, es wurden eher Kostenmehrungen angemeldet. Auch Landrat Klaus Peter Söllner (FW) räumte ein, dass es schwer werde, den Haushalt auszugleichen, verwies aber auf der anderen Seite darauf, dass der Landkreis nicht zuletzt dank der Stabilisierungshilfen des Freistaates von bislang 15,4 Millionen Euro die niedrigste Verschuldung seit langem aufweise. Söllner dankte dem Bezirk Oberfranken, der den Hebesatz bei der Bezirksumlage unverändert lassen wolle. Derzeit gehe man auch noch von einem gleichbleibenden Hebesatz der Kreisumlage aus, der dennoch rund 2,8 Millionen Euro mehr in die Kreiskasse spülen würde. Dafür steige aber die Bezirksumlage um rund 1,1 Millionen Euro. Der Grund hierfür liegt in der gestiegenen Steuerkraft der Kommunen.

Corona-Ausgleich hat geholfen

Der Kreiskämmerer zeigte auf, dass die Städte, Märkte und Gemeinden im Landkreis Kulmbach aus den bayernweit zur Verfügung stehenden Mitteln zum Ausgleich der coronabedingten Gewerbesteuerausfällen rund 8,6 Millionen Euro erhalten haben. "Ohne die Ausgleichszahlungen hätte sich für 2022 ein Rückgang der Steuer- und Umlagekraft ergeben."

Bei der Steuerkraft bleibt der Markt Kasendorf mit 1409 Euro je Einwohner Spitzenreiter, der Markt Grafengehaig bildet hier mit 688,19 Euro das Schlusslicht. Bei der Umlagekraft ist die Stadt Kulmbach mit 1480,75 Euro je Einwohner führend, gefolgt von Kasendorf mit 1411 und Rugendorf 1369,22 Euro.

Zur Kenntnis nahmen die Kreisräte die Beteiligungsberichte für die Flugplatz-GmbH Kulmbach-Kronach und die Langheimer Amtshof Sanierungs- und Verwaltungs-GmbH Kulmbach.

Für die SPD sitzt Fraktionschef Simon Moritz im Kreisausschuss. Seine Stellvertreter sind künftig Theresa Weith, Roland Wolfrum und Christina Flauder. Für den Jugendhilfeausschuss wurden Sabine Knobloch und Stefan Ludwig als stimmberechtigte Mitglieder sowie und Jannik Wagner und Michael Schramm als deren Stellvertreter bestellt.

Dieter Weiss erstattete dem Kreistag seinen Jahresbericht als Behindertenbeauftragter des Landkreises.