Die jährliche Forstbetriebsplanung war ein Schwerpunkt in der Sitzung des Gemeinderates. Bernd Zürner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bad Neustadt stellte zusammen mit Revierleiter Wolfgang Kuhlmann den Jahresbericht 2016 und die Forstbetriebsplanung 2017 für den gemeindeeigenen Wald vor.
Im Vergleich zu anderen Gemeinden sind vom Ramsthaler Gemeindewald keine nennenswerten Erträge zu erwarten und es geht im Wesentlichen darum, die Kosten im Rahmen und den Wald als Erholungsgebiet zu halten. Die Forstleute gaben einen Überblick zur Entwicklung und zur Holzernte in den Beständen, die über einen Zeitraum von sieben Jahren betrachtet wurden. Die Erfüllung des Hiebsatzes im Auswertungszeitraum lag bei 96 Prozent. In der Planung ist der Hiebsatz mit 3,5 Festmeter (fm) je Hektar angesetzt, geerntet wurden 3,3 fm. Das Forstamt geht von einem kalkulatorischen Zuwachs des Holzbestandes mit 4,9 fm je Hektar und Jahr aus, woraus sich ergibt, dass deutlich mehr Holz nachwächst als dem Wald entnommen wird.


Für 2016 gibt es ein Minus

Für das Wirtschaftsjahr 2016 muss die Gemeinde bei einem Umsatz von 22 703 Euro von einem Minus in Höhe von 3189 Euro ausgehen. Dieser Wert relativiert sich noch um Holz, welches bereits eingeschlagen, aber noch nicht abgerechnet ist. Eine exakte Abgrenzung eines Wirtschaftsjahres ist nur schwer möglich.
Für 2017 stellte der Revierleiter die Schwerpunkte des Holzeinschlages vor. Gänsberg, Schäffthal, Speierlingsbaum und Brachberg werden im Fokus der Arbeiten liegen. Im Jahr 2017 soll bei geplanten 24 000 Euro Umsatz wieder eine "schwarze Null" geschrieben werden.
Dass Bernd Zürner anschließend einen Streitfall der Gemeinde in Sachen Wald vorstellte, verwunderte einige Gemeinderäte. Sie hätten diesen Fall lieber im nichtöffentlichen Teil behandelt gesehen. Da der Streit aber Gegenstand eines Gerichtsverfahrens ist, sei nach Angaben Zürners die Öffentlichkeit bereits gegeben. Zürner stellte den Fall aus Sicht der Gemeinde und der Forstbehörde vor. Im Jahr 2013 wurde durch die Gemeinde auf einem privaten Waldstück versehentlich Holz eingeschlagen. Als der Fehler festgestellt wurde, habe man den Besitzer informiert und ihm eine Entschädigung von 3300 Euro angeboten, die nach Ansicht des Forstmannes bereits deutlich über dem Schaden lag. Der Geschädigte lehnte das Angebot ab und schaltete einen Gutachter ein. Dieser errechnete einen Schaden von 8300 Euro und berechnete für sein Gutachten runde 3000 Euro.
Zürner zweifelt das Gutachten hinsichtlich der Fläche, erforderlichen Maßnahmen und Lohnkosten an. In der ersten Verhandlung forderte der Richter einen Nachweis über den Erlös der Gemeinde für das auf dem Privatgrundstück eingeschlagene Holz. Dieser wurde inzwischen mit 1100 Euro ermittelt. Mehrere Versuche der Gemeinde, sich mit dem Geschädigten zu einigen, blieben erfolglos. Voraussichtlich im April soll das Urteil fallen. Die Vergabe von Holzlosen kann nur noch erfolgen, wenn ein Befähigungsnachweis für die Nutzung einer Kettensäge vorgelegt wird. Auch auf Schutzkleidung wird verstärkt geachtet, erklärte der Revierleiter. Der Gemeinderat stimmte der Forstbetriebsplanung für 2017 einstimmig zu. hla