JOsef Hofbauer Einsam, irgendwie aus der Zeit gefallen steht das Forchheimer Schleusenwärterhäuschen an der Straßenkreuzung von Adenaueralle und Bamberger-Straße. Die Fassade des um 1841 errichteten Bauwerkes wurde renoviert. Außerdem erhielt das Gebäude neue Fenster, hellblau gestrichene Fensterläden aus Holz und eine neue Türe. Die Mitglieder des Heimatvereins haben sich daran mit rund 33 000 Euro beteiligt. Die zweite Hälfte der Kosten übernimmt die Stadt Forchheim.

Bei der Präsentation der Arbeiten erinnerte Dieter George, Vorsitzender des Heimatvereins an die Geschichte des Bauwerks. Von hier aus hatte ein Schleusenwärter den Schiffsverkehr auf dem Forchheimer Abschnitt des 172,4 Kilometer langen Kanales, der offiziell 1840 fertig gestellt wurde, im Blick. An der Färbung des Mauerwerkes sind an der Vorderseite des Hauses noch heute das frühere Niveau des Kanales und die Treppen nach unten zur Rückseite des Hauses zu erkennen.

Früher Kanal, heute Allee

Schräg gegenüber nördlich des Gasthauses Schlössla habe sich auf dem Barthelmann-Gelände eine richtige Hafenanlage befunden, berichtet Franz Schürr vom Heimatverein.

All dies ist längst Vergangenheit. Der Ludwig-Main-Donau-Kanal wurde 1950 aufgelassen und zugeschüttet. Auf der ehemaligen Trasse durch die Stadt verläuft heute die Willy-Brandt-, die Theodor-Heuss- und die Adenauerallee.

Das Schleusenwärterhäuschen blieb stehen und dient seit Jahren der Theatergruppe "Forchheimer Brettla" als Proben- und Veranstaltungsraum. Die Laienspieler sorgen mit dem Blumenschmuck, den sie alljährlich dem Gebäude, das vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als Industriedenkmal unter Schutz gestellt wurde dafür, dass dieses 170 Jahre alte Gebäude ein Hingucker ist.