Seit 1976 darf die Stadt das Prädikat "Heilbad" führen - und damit auch Kurbeitrag von ihren Gästen erheben. Dieser Titel gilt aber nicht bis in alle Ewigkeit; spätestens alle zehn Jahre muss eine "Reprädikatisierung" erfolgen. Nach bestimmten Qualitätsstandards muss das "Bioklima" kontrolliert und neu bewertet werden. Die "lufthygienischen Verhältnisse" werden sogar alle fünf Jahre geprüft - mit einer Reihe von Messungen, über ein Jahr verteilt.

Der Deutsche Wetterdienst stellte zuletzt im Februar 2011 fest, "dass in Bad Brückenau die bioklimatischen Anforderungen an das Prädikat 'Heilbad' erfüllt sind". Es ist also wieder Zeit für eine Prüfung. Zumal sich in den zehn Jahren einiges in der Luft, aber beispielsweise auch bei der Versorgung mit Heilquellen, Kurbetrieben und Badeärzten verändert haben kann.

Gutachten liegen bereits vor

Wie in der jüngsten Stadtratssitzung zu erfahren war, hat die Verwaltung bereits einen entsprechenden "Antrag auf Überprüfung der Anerkennungsvoraussetzungen" formuliert und Gutachten zu Boden, Wasser und Luft sowie ein Verzeichnis der bestehenden Kurbetriebe und Erholungseinrichtungen beigefügt.

Die Unterlagen wurden bereits im Januar 2020 an die Regierung von Unterfranken weitergeleitet, allerdings mit falschen Formularen. Nun erfolgt ein neuer Versuch, den der Stadtrat einstimmig absegnete. Er wird dann über Landratsamt und Regierung ans Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr weitergeleitet und dort bearbeitet.

Wie es auf Nachfrage aus dem Gremium hieß, betrifft der Antrag nur die Stadt samt ihrer Stadtteile. Das Staatsbad bleibt davon unberührt. st