Zeugen der Stadtgeschichte

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Will man sich in einem Ort orientieren, dann tippt man den gesuchten Straßennamen in sein Handy oder Navi und erhält die Straße auf dem Display. Straßennamen sind also zunächst einmal Hilfsmittel zur Orientierung. Doch sie sind mehr, wie Reinhard Kulick am Weißen Sonntag in einer Vortragsveranstaltung des Historischen Vereins Landkreis Haßberge und des Vereins für Heimatgeschichte Eltmann laut einer Mitteilung im Eltmanner „Ritz“ zeigte.

Straßennamen beschreiben nicht nur örtliche Gegebenheiten, viele von ihnen spiegeln auch die Ortsgeschichte wider. In der Kernstadt Eltmann gibt es heute 56 Straßen. Zu ihnen gehören die Brunnenstraße, in der es keinen öffentlichen Brunnen mehr gibt, der Marktplatz, auf dem nur noch selten ein Markt abgehalten wird, und die Zinkenstraße, deren namensgebende Familie Zink inzwischen ausgestorben ist.

Die Straßennamen leben aber weiter, sie sind Zeugen der Stadtgeschichte . Vor allem die nach Personen benannten Straßen sind geschichtliche Zeugen. Diese hat Reinhard Kulick nun in dem Buch „Eltmanner Straßen“ beschrieben.

Vergessene Straßennamen

Und dabei liefert er einige Überraschungen. Zum Beispiel die Verwandtschaft der Familien Zink und Graser, die auch langjährigen Eltmannern Heimatforschern bisher nicht bekannt war. Oder die Herkunft der noch heute verwendeten grammatisch falschen Schreibweise des Steinertsplatzes. Oder die falsche Ehrung des Dr. Friedrichs, der nicht für den Kindergarten, sondern für das Frühmessbenefizium spendete. Und es gibt vergessene Straßennamen, wie der Verfasser feststellt. So fehlt die Eltmanner Biertradition, die sich in keinem Straßennamen wiederfindet. Vor allem aber fällt auf, dass keine Straße den Namen einer weiblichen Person trägt.

Das Buch „Eltmanner Straßen“ ist über die E-Mail-Adresse des Historischen Vereins (info@historischervereinlandkreishassberge.de) zum Preis von zwölf Euro erhältlich. red