Seit dem Jahr 2014 beantragt der Landkreis Haßberge Bedarfszuweisungen und Stabilisierungshilfen, die zur Entschuldung des Landkreises beitragen und den Haushalt konsolidieren sollen. Um weiter in den Genuss dieser staatlichen Mittel zu kommen, empfahl der Kreisausschuss dem Kreistages Haßberge die Fortschreibung des Haushaltskonsolidierungskonzeptes. Landrat Wilhelm Schneider ( CSU ) betonte in der Sitzung in Haßfurt : "Wir sind froh, dass wir zusätzlich Unterstützung bekommen und sind für jeden Euro dankbar."

Die finanzielle Lage

Der Kreis Haßberge muss dazu Einblick in seine finanzielle Situation geben. Kämmerer Marcus Fröhlich stellte die Zahlen dar. Demnach hatte der Landkreis zum Jahresende etwa 22,4 Millionen Euro Schulden im Kernhaushalt inklusive durchgereichter Schulden an die Haßberg-Kliniken. Nimmt man weitere Schulden der Haßberg-Kliniken, des Zweckverbandes Schulzentrum Haßfurt und die Schulden des Abfallwirtschaftsbetriebes hinzu, so kommt man insgesamt auf über 28,3 Millionen Euro.

Vor allem die Haßberg-Kliniken mit den beiden Häusern in Haßfurt und Ebern belasten die Finanzen des Landkreises. Der Kreis ist über ein Kommunalunternehmen an den Kliniken beteiligt.

Weitere Belastungen

Der Landkreis wird in den Jahren von 2018 bis 2024 durch Schulsanierungen und andere Investitionen in den Hochbau mit über 84 Millionen Euro direkt oder anteilig belastet. Das Haushaltskonsolidierungskonzept "ist Voraussetzung für die Bewilligung von Stabilisierungshilfen, auf die der Landkreis aufgrund der geschilderten Belastungen angewiesen ist, um nicht in eine Schieflage zu geraten", sagte der Kämmerer Marcus Fröhlich. Außerdem erfülle der Landkreis mit seiner um über 20 Prozent unter dem Landesdurchschnitt liegenden Steuerkraft pro Kopf eine der zwingenden Voraussetzungen.

Dazu kommt: Die Stabilisierungshilfen wirken sich positiv bei Baumaßnahmen aus. Es gibt höhere staatliche Zuschüsse. So gilt laut Kämmerer derzeit bei den Realschulen Ebern und Hofheim ein Fördersatz von 70 Prozent sowie bei der Berufsschule Haßfurt und dem Gymnasium Ebern ein Satz von 77 Prozent (früher 55 Prozent).

Weniger Einwohner?

Das Konsolidierungskonzept gibt auch einen Einblick in die demografische Entwicklung des Landkreises, die einen Rückgang der Bevölkerung von 2019 bis 2039 in Höhe von etwa 3,3 Prozent prognostiziert. Es fällt auf, dass die Zahl der über 65-Jährigen um 40 Prozent nach oben gehen soll, während die Zahl der Bürger im erwerbsfähigen Alter signifikant nach unten zeigt und damit den Fachkräftemangel im Landkreis beschleunigen dürfte. gg