Generell ist es in Deutschland untersagt, wild zu campen. Auch deshalb erfreuen sich Trekkingplätze einer immer größeren Beliebtheit. So auch im Steigerwald: Zwischen den Autobahnen  70 und  3 gibt insgesamt zehn solcher Flächen, die in den Landkreisen Haßberge, Schweinfurt und Bamberg liegen. Um nach dem Rechten zu sehen und für Ordnung an den naturnahen Plätzen zu sorgen, wurden kürzlich ehrenamtlich engagierte Bürger in ihr neues Amt eines Paten eingeführt.

Auf dem Trekkingplatz in Geusfeld in der Gemeinde Rauhenebrach freute sich Bürgermeister Matthias Bäuerlein mit seinem Amtskollegen Michael Wolf aus dem nahen Michelau, dass im vergangenen Jahr insgesamt 5000 Übernachtungen an den zehn Standorten gebucht wurden. „Wir haben ausschließlich vernünftige Gäste“, sagte Bäuerlein, der sich froh zeigte, dass man bislang keinerlei Vandalismus beobachten konnte.

Das sind die Paten

Damit das auch so bleibt, sind die Paten Edgar Geisel , Werner Hogen, Uwe Malcherek, Udo Rhein, Klaus Riegler und Wolfgang Sahlmüller ab sofort regelmäßig auf allen Trekkingplätzen unterwegs.

Von Anfang an dabei ist Edgar Geisel , der jetzt in seine dritte Saison startet. Immer wieder ist der Limbacher im Wald und schaut nach, ob alles in Ordnung ist. Zur Zeit ist Geisel dabei, einen Keltenofen wieder aufzubauen, den einst die Pfadfinder aus Gerolzhofen aufgestellt hatten. Der Nachbau aus Ton litt etwas unter der Witterung, so dass sich der Ehrenamtliche aus eigenen Stücken an die Wiederherstellung machte.

Edgar Geisel freut sich auch immer über einen regen Austausch mit den Übernachtungsgästen. Aus halb Europa kommen die Besucher, die meist längere Erkundungstouren durch den Steigerwald unternehmen. Der Aufenthalt auf den einzelnen Trekkingplätzen wird auf der Homepage www.trekkingerlebnis.de gebucht und online bezahlt. Damit keine Unberechtigten campen, gehört es auch zu den Aufgaben eines Paten, das zu überprüfen. Mit einem entsprechenden Dokument kann er sich als Berechtigter ausweisen.

Wichtig ist es auch darauf zu achten, dass ab Waldbrandstufe 4 kein Feuer mehr in den extra dafür angelegten Stellen gemacht wird. „In den vergangenen zwei Jahren hatte ich nur einmal ein Problem mit Gästen, aber das hat sich auch schnell gelöst“, sagte Edgar Geisel . Hintergrund der damaligen Situation sei überlaute Musik auf einem der Plätze ge wesen.

Jeder soll eine Chance bekommen

Ulla Schmidt , Managerin der Inte­grierten Ländlichen Entwicklung (Ile), die für die Lebensregion plus die Organisation rund um die Trekkingplätze inne hat, betonte, dass es nicht gestattet sei, mehr als eine Nacht auf den Plätzen zu verbringen. „Wir wollen, dass jeder eine Chance bekommt, die Natur zu erleben“, so Schmidt, die auch erste Ansprechpartnerin für die Paten ist.

Unterstützt wird das Trekkingerlebnis von den Bayerischen Staatsforsten , die den Steigerwald bewirtschaften. Die neue Leiterin des Forstbetriebs Ebrach, Barbara Ernwein, erklärte, dass auch ihre Mitarbeiter immer mal einen Blick auf die Trekkingplätze werfen und auch behilflich sind, wenn zum Beispiel umgefallene Bäume oder ähnliches den Weg versperren.

Eine weitere Unterstützerin ist Verena Kritikos, die als Rangerin des Naturparks Steigerwald sowieso täglich dort unterwegs ist. Dabei achtet die junge Frau natürlich auch auf die Trekkingplätze und gibt den Gästen auch gerne Auskunft bei Fragen rund um den Steigerwald.