Ebern — So viele Teilnehmer waren es selten und selten hatte Petrus rechtzeitig vorher so passend einen weißen Teppich ausgerollt. Oder war die Schneedecke das Sahnehäubchen für die Waldweihnacht am dritten Adventswochenende? Zum zwölften, vielleicht 13. Mal hatten die evangelische und die katholische Kirchengemeinde gemeinsam zu einer besinnlichen Stunde am Weißfichtensee eingeladen. Genau weiß es Eberns evangelischer Pfarrer Bernd Grosser heute nicht mehr zu sagen.

Mit Fackeln und Laternen trafen sich geschätzt 200 Personen zu einer besinnliche n Runde um den kleinen See, dem Mittelpunkt der Freizeitanlage bei Welkendorf . Für festliche Gedanken, Musik des Posaunenchors und vielstimmigen Gesang machten Groß und Klein unterwegs Halt an drei Stationen. Im Anspiel vom großen und vom kleinen Ausrufer stellten jugendliche und ehrenamtliche Helfer dar, dass die Weihnachtsbotschaft einen jeden erreicht, die begeisterungsfähig Draufgängerischen ebenso wie diejenigen, die alles zurückhaltend und abwartend auf sich zukommen lassen.

Die geistliche „Begleitung“ auf dieser stimmungsvollen Runde übernahmen Pfarrer Grosser und der katholische Pastoralreferent Markus Lüttke. Sie stimmten gedanklich auf das nahe Christfest ein. Für Grosser, inzwischen 18 Jahre in Ebern tätig, war es wohl die letzte Waldweihnacht. Ende kommenden Jahres will er in den Ruhestand gehen.

In der frischen, kalten Waldluft spielte die Viren-Gefahr allenfalls eine Nebenrolle. Und doch war es Corona geschuldet, dass zum Bedauern mancher Teilnehmer auf das Zusammensein im Anschluss bei Punsch und Würstchen verzichtet werden musste. Doch wie sagte ein älterer Herr auf dem Rückweg. „So schön in der Natur erleb’ ich die Freude aufs Christfest nur noch hier.“