Es kommt immer wieder vor, dass sich Personen beschweren, weil Straßen oder auch Radwege im Winter nicht geräumt sind. Sicher sind es nicht zu viele, die sich im Winter auf ihr Fahrrad setzen, eher ist das im Sommer der Fall, aber es gibt manche, die fast zu jeder Jahreszeit mit ihrem Drahtesel unterwegs sind.

Bei unserer Zeitung gingen Beschwerden ein, dass der Radweg von Ebern Richtung Rentweinsdorf nicht geräumt wäre und sich dort mittlerweile "Eisflächen" gebildet hätten.

Wir haben bei den Bürgermeistern von Ebern und Rentweinsdorf nachgefragt. Bürgermeister Jürgen Hennemann ( SPD ) stellt dazu klar, dass eine Verpflichtung, dass die Radwege geräumt werden müssen, nicht bestehe. Wie er weiter sagt, wäre der Radweg von Ebern bis zum Heubacher Kreuz geräumt, weiter, entlang der Bundesstraße Richtung Rentweinsdorf, allerdings nicht. Der Radweg wurde vom Straßenbauamt gebaut, aber es ist klar, dass er von der Straßenmeisterei nicht geräumt werde, was übliche Praxis sei. "Wir können mit unserem Bauhof nicht alles räumen, da reichen unsere Kapazitäten nicht aus, da richten wir uns nach einem Räum- und Streuplan", sagt der Eberner Bürgermeister. Im Übrigen bestehe eine Verbindung von Ebern in Richtung Rentweinsdorf, und zwar auf der Gemeindeverbindungsstraße. "Die ist geräumt, und da können natürlich auch Radfahrer fahren." Es sei deshalb nicht unbedingt nötig, den Radweg entlang der Bundesstraße zu räumen, wenngleich man immer darüber nachdenke, wie man den Räum- und Streuplan optimieren kann.

Prioritäten stehen fest

Gleiches sagt in etwa Steffen Kropp ( SPD ), Bürgermeister von Rentweinsdorf. Untergeordnete Verbindungen stünden nicht in erster Linie auf dem Räum- und Streuplan der Gemeinde Rentweinsdorf. Priorität hätten die Hauptverbindungsstraßen und dann zuerst diejenigen, die aufgrund der Straßenführung oder Steigungen im Winter besonders gefährlich sein können. "Wenn das gemacht ist, und unser Bauhof durchschnaufen kann, räumen wir auch andere Wege, so auch Radwege ", sagt Steffen Kropp . Der von Rentweinsdorf in Richtung Ebern sei übrigens geräumt. Die beiden Bürgermeister sind sich einig, dass ihre Bauhöfe nicht immer dort sein können, wo jeder gerade meint, dass quasi "vor seiner Nase" unmittelbar geräumt werden müsse. Die Betonung liegt auch: Es besteht keine Verpflichtung Radwege zu räumen.

Wie sich am Freitagnachmittag vor Ort feststellen ließ, ist der Radweg entlang der B 279 ab dem Heubacher Kreuz in Richtung Rentweinsdorf nicht geräumt. Allerdings nach knapp 400 Metern, ab der Einmündung Heubacher Friedhof weiter in Richtung Rentweinsdorf ist der Radweg frei von Schnee und Eis, wie es Bürgermeister Kropp bestätigt hatte.

Auch nach Rentweinsdorf in Richtung Bamberg ist der Radweg bis zur Landkreisgrenze geräumt. Fährt man von Ebern in Richtung Norden, ist der Radweg bis Pfarrweisach ebenfalls nicht geräumt. Diese Strecke fällt in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Ebern und der Gemeinde Pfarrweisach. Da mag es sicher verärgern, wenn man als Radler - und vielleicht auch Spaziergänger - unterschiedliche Verhältnisse vorfindet; aber jeder Freizeitsportler wird es akzeptieren müssen, dass Gemeinden unterschiedlicher Auffassung sind. Der eine hat die Kapazität, weil weniger Straßenkilometer zu räumen sind, der andere eben nicht.

Insgesamt steht fest: Die Städte und Gemeinden kommen ihrem Auftrag nach, den Winterdienst nach besten Möglichkeiten wahr zu nehmen.

Übrigens: Auf den nicht geräumten Radwegen sind hier und da Spuren zu sehen, die Langläufer hinterlassen haben. So gesehen hat es auch was für sich. Des einen Freud, des anderen Leid.