Als Wertschätzung des Einsatzes Zeiler Bürger für den Kreuzweg zum dortigen Käppele hat Bischof Dr. Franz Jung seine Fahrt zur Segnung der restaurierten Stationen bezeichnet. „Engagierte Bürger und die Stadt Zeil haben beschlossen, dass sie dieses religiöse und kulturelle Erbe erhalten wollen“, würdigte Bischof Jung laut Pressemitteilung des Bistums das Engagement der Projektgruppe. „Das ist unbezahlbar. Wir können das alles gar nicht von Würzburg aus schaffen“, betonte der Bischof .
Seit fünf Jahren setzte sich in Zeil die Projektgruppe für die Restaurierung des 1880 eingeweihten Kreuzwegs zwischen der Stadt und dem Käppele auf dem Berg ein. Die unter Denkmalschutz stehenden Stationen enthalten filigrane Reliefs des Bamberger Bildhauers Philipp Dorsch. Vor der offiziellen Segnung ging Bischof Jung trotz des Regens den Fußweg, um die Kreuzwegstationen selbst in Augenschein zu nehmen.
Altbürgermeister Christoph Winkler , Pastoralreferentin Sandra Lohs, Dekan Kurt Wolf und Mit-Initiator Georg Brecht erläuterten unterwegs geschichtliche Details und die Gestaltung der Stelen vor jeder Station. Sie enthalten geistliche Impulse, Infos zur Natur und Actionbounds für Familien.
Bischof Jung verwies darauf, dass an vielen Wegen zu fränkischen Heiligtümern Kreuzwege stehen, vom Würzburger bis zum Zeiler Käppele , vom Engel- bis zum Kreuzberg. An den Stationen seien die Gläubigen eingeladen, auch über Schmerzen und Verwundung in ihrem eigenen Leben nachzudenken: „Wann wurde ich bloßgestellt? Wer hat mir geholfen, mein Kreuz zu tragen? Welche Trauer trage ich noch immer im Herzen?“
Der Bischof ging auch auf die Besonderheit des Zeiler Kreuzwegs ein, die 15. Station an der Südwand zur „Kreuzauffindung“ durch die heilige Helena, die Mutter des ersten christlichen Kaisers Konstantin. „Nach der Zeit der Scham über das Kreuz kam durch die Wiederentdeckung des Kreuzes das Kreuz als Heilssymbol. Das Kreuz wurde zum Zeichen des Leidens und des Triumphes zugleich“, sagte der Bischof zur historischen Einordnung. Er wies auch auf die Gefahr hin, dass das Kreuz missbraucht werde, „etwa, wenn sich ein amerikanischer Kriegsminister ein Kreuz auf die Brust tätowiert und zum Kreuzzug aufruft“.
Im Pontifikalgottesdienst ermutigte der Bischof mit Bezug auf das Johannesevangelium vom Auferstandenen am See von Tiberias die Besucher, „unsere Netze auf der anderen Seite auszuwerfen, damit Er unsere Leere fülle und auch in unserem Leben Ostern werde“.
Der Zeiler Bürgermeister Thomas Stadelmann dankte beim Empfang vor dem Käppele allen, die das Projekt begleiteten, von den Initiatoren um Georg Brecht bis zu den Handwerkern, von den Spendern bis zum Bauhof. Er erinnerte an die Diskussionen, den Kreuzweg an andere Orte zu versetzen, freute sich aber, dass der Kreuzweg nun am ursprünglichen Weg in neuem Glanz erstrahlt.