Der Landkreis Haßberge nutzt die Ressource Altfett überhaupt nicht, wie der CSU-Kreisverband mitteilt. Im Gegenteil, der Abfallwirtschaftsbetrieb empfiehlt bisher die Entsorgung über die Bio- oder Restmülltonne. Ein Blick in die Kanalisation zeigt jedoch, dass immer noch einiges an Altfett über den heimischen Abfluss entsorgt wird.

„Mit 1,2 Litern altem Fett aus der Fritteuse, der Pfanne oder aus dem Olivenglas kann Biodiesel für circa 20 Kilometer erzeugt werden“, betont der CSU-Kreistagsfraktionsvorsitzende Steffen Vogel . Bisher werde dieses Potenzial nicht genutzt. Deshalb beantragt die CSU Folgendes: Künftig soll auch in privaten Haushalten Altfett gesammelt werden. Dafür wird eine Kooperation mit dem Entsorgungsunternehmen Lesch angestrebt, das aktuell der einzige Anbieter eines solchen Sammelsystems ist.

So soll es funktionieren

Steffen Vogel erläutert das Sammelsystem: „Bei Einführung der Sammlung bekommt jeder Haushalt ein 1,2 Liter großes Sammelbehältnis, in dem Fett mit bis zu 70 Grad Celsius eingefüllt werden kann. Im gesamten Landkreis werden an Schlüsselstellen (Einkaufsmärkte usw.) Automaten aufgestellt, in denen volle durch leere Behälter, ähnlich einem Pfandsystem, ausgetauscht werden können. Ist der Automat gefüllt, werden die vollen Behälter abgeholt und zur Aufbereitung nach Roth gebracht. Dort wird das Fett von allen Reststoffen (Paniermehl, Kräuter et cetera) getrennt. Nach der Filterung erfolgt eine Trennung des Fettes durch eine Zentrifuge und durch Temperieren. Die so entstandenen Rohstoffe können dann wiederverwertet werden. Genutzt wird das Altfett dann in der Kosmetikindustrie, in der Biodieselherstellung und im hauseigenen Blockheizkraftwerk. Durch den Verzicht auf Chemikalien kann so in einem umweltschonenden Prozess vor allem Kraftstoff gewonnen werden.“

„Durch diesen Prozess wird nicht nur das Restmüllaufkommen gesenkt, sondern auch unsere Kanalisation entlastet“, teilt Volker Ortloff mit, der in der CSU als Vorsitzender des Arbeitskreises Umwelt thematisch für den Klimaschutz verantwortlich ist.

Pro Bürger ein Euro pro Jahr

Im Antrag, den Steffen Vogel als Fraktionsvorsitzender zeichnet, wird auch auf die Kosten eingegangen. Diese betragen rund 80 000 Euro pro Jahr. „Umgerechnet ist das circa ein Euro pro Jahr pro Landkreisbürger. Dies ist für den Mehrwert des Systems ein mehr als angemessener Betrag“, findet Vogel. Er hofft, dass bei der Arbeitstagung des Umwelt- und Werkausschusses im März das System den Kreisräten noch einmal im Detail vorgestellt werden kann, um dann schnell eine Entscheidung treffen zu können.

In der Pressemitteilung bittet der CSU-Kreisvorsitzende die Bevölkerung, weitere Vorschläge per E-Mail an ideen@csu-hassberge.de zu schicken. „Uns haben schon viele sehr gute Eingaben erreicht, die wir gerne in unsere Arbeit einfließen lassen. Wir möchten dadurch alle am Thema ,Klima‘ Interessierten erreichen.“ red