klaus schmitt

Medizinisch ausgedrückt, muss man sagen: Dem Patienten geht es nicht gut. Er leidet. Und wie die Genesung aussehen könnte, ist nicht absehbar.
Die Haßberg-Kliniken mit den drei Häusern in Haßfurt sowie Ebern und Hofheim fahren auch 2016 ein Defizit ein. Rund drei Millionen Euro beträgt es, wie Stephan Kolck, der Vorstandsvorsitzende des Kommunalunternehmens Haßberg-Kliniken, am Dienstag bestätigte. Schon 2015 schrieb das Unternehmen rote Zahlen in etwa der gleichen Größenordnung.
Unsere Zeitung sprach mit Kolck, nachdem am Montagnachmittag eine gemeinsame Sitzung des Verwaltungsrates der Haßberg-Kliniken und des Kreisausschusses des Kreistages in Haßfurt stattgefunden hatte. Die Sitzung war nicht öffentlich und damit auch für Medienvertreter nicht zugänglich.
Vor Monaten war bekannt geworden, dass die Haßberg-Kliniken eventuell mit der Schließung einzelner Stationen und/ oder des Hauses Hofheim auf die Krise reagieren könnten. Im Gespräch war auch das Aus für die Geburtshilfestation in Haßfurt, der einzigen im Landkreis. Die Hebammen protestierten und erreichten zumindest einen Aufschub - mit der Maßgabe und dem Ziel, dass die Zahl der Geburten in Haßfurt gesteigert wird.
Nach der neuesten Prognose gehen die Haßberg-Kliniken von über 400 Geburten 2016 aus. "Das war unser Ziel; das schaffen wir", sagte Stephan Kolck weiter unserer Zeitung. Eine Zahl über 500 Geburten hält er für unrealistisch; bei 600 Geburten liegt die Grenze, ab der eine Geburtshilfeabteilung einigermaßen wirtschaftlich betrieben werden kann. Eine Prognose, wie es mit der Geburtshilfe weitergeht, gab Kolck nicht ab.
Was passiert mit dem Haus in Hofheim, dem kleinsten der drei Krankenhäuser? Es stand vor Jahren schon einmal auf der Kippe, wurde aber gerettet.
Jetzt steht der Vorschlag im Raum, dass mit einer Spezialisierung Hofheim gesichert werden könnte. Aus Hofheim kam die Idee, den Bereich Magen/ Darm-Erkrankungen nach Hofheim zu verlegen, so wie es für andere Häuser bereits eine Spezialisierung gibt: Akutgeriatrie und Geburtshilfe in Haßfurt, Palliativmedizin in Ebern.
Spezialisierung hält Stephan Kolck für einen Weg. Ob es klappt? "Das ist eine spannende Frage", sagt der Vorstandsvorsitzende. Bei Chirurgie und Innerer Medizin sei es sicher nicht möglich, meint er. Und bei ambulanten Operationen, die schon einmal in Ebern hatten konzentriert werden sollen, hat es laut Kolck nicht funktioniert. Da spielen nicht nur medizinische Fragen eine Rolle, sondern auch Entfernungen. Aus dem Maintal oder gar aus dem Steigerwald gingen die Patienten nicht nach Ebern, sondern in nähere Krankenhäuser außerhalb des Landkreises (Bamberg, Schweinfurt, Burgebrach). Das ist dann für die Haßberg-Kliniken, betrachtet man die wirtschaftliche Seite, eine noch ungünstigere Lösung.