Die Usedom-Peene-Zeitung hat der Gemeinde Harsdorf einen ausführlichen Bericht gewidmet. Da die herausgebende Ostsee Zeitung Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland ist, erhielt Bürgermeister Günther Hübner (CSU) viele Rückmeldungen.

Im Mittelpunkt der Berichterstattung stand der Klimaschutz, wobei das Blatt konkret die Frage aufwarf: "Warum kann Deutschland nicht wie Harsdorf sein?" Die fränkische Gemeinde bemühe sich, mit einer eigenen Klimaschutzerklärung ganz unideologisch und praxisnah eigene Wege zu gehen. Dabei sei Harsdorf, wie Jan Sternberg feststellt, ein Ort wie Tausende andere auch: "Ländlich geprägt, tief in der Provinz und dennoch nah an den Städten. Keine abgehängte Region, sondern mittendrin."

Anfangs belächelt

Im Juni 2020 hatte der Harsdorfer Gemeinderat einstimmig eine Klimaschutzerklärung verabschiedet, für die er anfangs belächelt wurde. Gemeinderat Stefan Holzheu (SPD) hatte sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Ökologie und Umweltforschung an der Universität Bayreuth entscheidend eingebracht. Holzheu hat für seine Forschungen zu den Auswirkungen von Windkraft erst vor kurzem den Sepp-Daxenberger-Preis der bayerischen Grünen erhalten. Er hatte nachgewiesen, dass die Berechnung der Infraschallbelastung durch Windkraftanlagen fehlerhaft und viel zu hoch ist.

Mögliche Gesundheitsschäden durch Schallbelastung im nicht hörbaren Spektrum galten lange als Hauptargument für Windkraftgegner.

Das Preisgeld spendete Stefan Holzheu für die erste gemeindliche Solaranlage in Harsdorf, die auf dem Dach des neuen Feuerwehrgerätehauses entstehen soll.

Der Klimawandel gefährdet nach Ansicht Holzheus die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen. "Der Klimawandel ist auch in Oberfranken messbar." Die Klimaerklärung helfe, das Thema anders anzugehen: "Unsere Gemeinde verpflichtet sich damit, die Punkte in den Blick zu nehmen, die sie beeinflussen kann. Wir brauchen Energie, wir haben geeignete Standorte für Windenergieanlagen, also setzen wir uns dafür ein, dass diese genutzt werden."

"Zeigen, dass etwas vorangeht"

Auch Günther Hübner kommt in dem Beitrag zu Wort: "Die Jugend fordert eine Vollbremsung, das ist verständlich, aber das können wir uns nicht leisten. Wir müssen der Jugend aber mit konkreten Maßnahmen zeigen, dass etwas vorangeht." Rei.