Martin Harrer sorgt sich um die Finanzen der Stadt Herzogenaurach. Im Nachgang zur Bürgerversammlung vom 2. Dezember mahnt der Sprecher des Bürgervereins Rathgeberstraße und der Bürgerinitiative "Pro Aurachtalbahn" die Verantwortlichen der Stadt, sich auf eine sparsamere Ausgabenpolitik einzustellen. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer seien stark zurückgegangen, wie auch Bürgermeister German Hacker (SPD) aufgezeigt habe. Die Schwierigkeiten in der Automobilindustrie und der Zuliefererindustrie werden auch die hiesigen Unternehmen erreichen, meint Harrer.

Dennoch würden "munter weiter große Projekte in vielfacher Millionenhöhe geplant, sei es der Bau einer Umgehungsstraße oder der Bau eines neuen Rathauses. Darüber hinaus ist nun zu befürchten, dass auch die Kosten für die Stadt-Umland-Bahn aus dem Ruder laufen. Der Zweckverband geht momentan von Kosten in Höhe von 258 Millionen Euro für das gesamte Projekt aus. Der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly spricht jedoch schon von Kosten in Höhe einer halben Milliarde Euro. In ein paar Jahren werden daraus sicher noch mehr werden. Es ist vorauszusehen, dass zu guter Letzt sich die Kosten auf eine Milliarde Euro zubewegen", so Harrer in seiner Stellungnahme.

CSU soll sich hinterfragen

Daher müsse man sich fragen, ob es keine kostengünstigeren Alternativen gibt und ob die Stadt Herzogenaurach wirklich die Erlanger Straßenbahn mitfinanzieren muss. Die CSU-Fraktion im Herzogenauracher Stadtrat sollte sich laut Harrer in ihrer Mehrheit fragen, "ob sie weiterhin alle Vorhaben des Bürgermeisters mitträgt oder ob sie nicht doch auch, als echte Opposition, einmal ,nein‘ sagt und gegebenenfalls auch einmal ihre Zustimmung zu einem Projekt revidiert".

"Wenn die CSU weiterhin allem, was der Bürgermeister will, ihre Zustimmung gibt, wie sollten die Wähler sie als echte Alternative zur rot-grünen Stadtratsmehrheit erkennen?", fragt Harrer abschließend. red