Jetzt ist es amtlich: Wo bisher Kohlrabi und Kartoffeln wuchsen, wird das neue Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer für Oberfranken (BTZ) entstehen. Die Abstimmung für den Standort an der Forchheimer Straße erfolgte jetzt bei der Herbst-Vollversammlung der HWK in Bayreuth einstimmig. Über 7000 Auszubildende sollen künftig pro Jahr in Bamberg geschult werden. "Dies ist eine großartige Nachricht für den Wirtschaftsstandort Bamberg", freute sich Wirtschaftsreferent Stefan Goller in einer ersten Reaktion aus dem Rathaus. "Für den Fachkräftenachwuchs und damit für die Zukunft des Handwerks in der Region Bamberg ist dies ein immens wichtiger Schritt", betonte Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD).

Im vergangenen Jahr hatte sich die Stadtverwaltung intensiv darum bemüht, der HWK für Oberfranken trotz des knappen Flächenangebots im Stadtgebiet einen attraktiven Standort für ein Ausbildungszentrum mit oberfrankenweiter Strahlkraft zu bieten, das für die weitere Entwicklung der Handwerksbetriebe und damit auch für den Wirtschaftsstandort Bamberg von zentraler Bedeutung ist. "Wir sind sehr froh darüber, dass es uns gelungen ist, die Handwerkskammer von einem Standort in Bamberg zu überzeugen", so der Wirtschaftsreferent. Das Handwerk hat in Bamberg eine herausragende Stellung: Mit 3380 Handwerksbetrieben und 1215 Lehrlingen im Jahr 2018 stehen Stadt und Landkreis zahlenmäßig an der Spitze des oberfränkischen Handwerks.

Auf dem Areal an der Forchheimer Straße wird in Bamberg nun ein Ausbildungszentrum entstehen, das neben Schulungsräumen, Werkstätten und Mensa auch ein Verwaltungsgebäude für die Mitarbeiter der HWK beinhaltet. "Mit diesem Angebot schaffen wir in der Region West-Oberfranken ein attraktives Angebot für die Ausbildung junger Menschen im Handwerk", so der Präsident der Handwerkskammer, Thomas Zimmer. Auf Basis der Entscheidung der Handwerkskammer für den Standort Forchheimer Straße werde gemeinsam nun ein umfangreiches Verfahren in die Wege geleitet werden: Zunächst wird die Handwerkskammer 2020 ein Raumkonzept erarbeiten, dessen Ergebnis in einen Architektenwettbewerb einfließen wird. Bevor das Projekt dann baulich verwirklicht werden wird, erfolgt noch die Anpassung der Bauleitplanung. Der Kostenrahmen für das Gesamtprojekt ist noch nicht absehbar, klar ist, dass das Grundstück 4,5 Millionen Euro kostet. Eine Refinanzierung soll es durch die Veräußerung anderer Bamberger Liegenschaften geben, die dann nicht mehr benötigt werden. Die HWK betreibt nämlich in der Domstadt seit Jahren schon ein Technologiezentrum, doch sind die Gebäude an der Hertzstraße in die Jahre gekommen und viel zu klein für die ambitionierten Pläne der Handwerker.

Angebot an Solawi

Das neue Technologiezentrum wird auf der Fläche der "Solawi", der solidarischen Landwirtschaft, entstehen. Umgehend würden nun auch die Gespräche mit Solawi fortgeführt werden, um die dauerhafte Umsiedlung des Projekts auf eine Fläche im näheren Umgriff des bisherigen Standorts zu konkretisieren, berichtet OB Starke.

Der Haushaltsansatz der HWK Oberfranken für 2020 steigt auf 41,11 Millionen Euro (brutto) und damit im Vergleich zu 2019 um 5,75 Millionen Euro. Der Haushaltsplan sieht Investitionen von rund 10,5 Millionen Euro vor. Davon sollen 1,25 Millionen Euro in die ergänzende Ausstattung ihrer vier Berufsbildungs- und Technologiezentren (BTZ) fließen. red