Christian Scharting, Konrektor der Hallerndorfer Grund- und Mittelschule, informierte die Gemeinderäte anlässlich der jüngsten Sitzung über die Prognosen zur Hallerndorfer Volksschule, schließlich hatten diese darüber zu entscheiden, ob die Grund- und Mittelschule erhalten bleibt und das Gebäude, in dem sie sich befindet, saniert werden soll. Immerhin müssten die Gemeindevertreter mit einer Gesamtinvestitionssumme für die Schulsanierung von mehr als zwei Millionen Euro rechnen.


Es kommt auf die Eltern an

Scharting erklärte, dass die Mittelschule in den kommenden Jahren zwar gesichert scheint, allerdings könne er den Willen der Eltern nicht vorhersehen. Der Übertritt in die weiterführende Schulart richte sich zwar nach den Leistungen. Trotzdem können auch Schüler ohne eine entsprechende Empfehlung am Probeunterricht teilnehmen und selbst dann eine höhere Schule besuchen, wenn sie ihn nicht schaffen, aber ihre Eltern auf diesem Schulbesuch bestehen. "Solange keine Fünf auf dem Zeugnis ist, können die Eltern bestimmen, welche Schule ihr Kind besucht", erklärte der Konrektor.
Und selbst, wenn sie den Anforderungen der Realschule in Hirschaid nicht gewachsen sein sollten, kommen sie nicht wieder nach Hallerndorf zurück: "Die Kinder gehen dann in Hirschaid auf den M-Zweig", erläuterte Scharting. So habe er es in den vergangenen Jahren erlebt, in denen er in Hallerndorf tätig war. Der Konrektor warb bei den Gemeinderäten um Unterstützung für seine Schule: "Wenn unsere Schule attraktiv ist, dann bleiben die Schüler auch hier", eine Sanierung der Räume lohne sich durchaus.


Willersdorfer Schule nicht haltbar

Bürgermeister Torsten Gunselmann bestätigte, dass die Regierung der von Hirschaid ursprünglich gewünschten Aufhebung des Schulsprengels nicht stattgegeben hat. Schulrätin Stefanie Mayr-Leidecker hatte in einem Brief den Erhalt der Grund- und Mittelschule Hallerndorf in Aussicht gestellt.
Auf die Frage von Reinhold Kotzer (WG Willersdorf-Haid), ob die Kinder, die in Willersdorf zur Schule gehen, in der Prognose mit eingerechnet seien, entgegnete Scharting, dass sich die kleine Schule in Willersdorf auf Dauer nicht halten lasse und er für seine Prognose alle Schüler des Schulstandortes berücksichtigen müsse. Auch das Angebot der offenen Ganztagesschule für Grundschüler lasse sich nur in Hallerndorf verwirklichen.


Erste europaweite Ausschreibung

Die Gemeindevertreter von Hallerndorf votierten schließlich einstimmig dafür, die Grund- und Mittelschule im Ort zu erhalten und wollen dafür sorgen, dass das Schulgebäude saniert wird. Grundlage dafür ist die Förderung durch das Raumprogramm der Regierung von Oberfranken.
Da die Auftragssumme für die Planungsleistungen den Schwellenwert von 209 000 Euro überschreitet, muss das Vergabeverfahren EU-weit ausgeschrieben werden. "Das haben wir in Hallerndorf bisher noch nicht gemacht", stellte Hermann Seebauer, geschäftsleitender Beamter, fest. Die Stadt Forchheim empfahl der Gemeinde ein externes Büro. Deswegen vergab man die die EU-weite Ausschreibung der Architektenleistung an das Büro Guntau: Kunz Projektmanagement, das in Kitzingen seinen Sitz hat, und stimmten einstimmig dem Angebot in Höhe von knapp 10 000 Euro zu.