"Wir drehen ein großes Rad", konstatierte Hallerndorfs Bürgermeister Gerhard Bauer bei der Beschlussfassung des Haushalts 2020. Weil noch im Mai Aufträge vergeben wurden, musste der bereits beratene Vermögenshaushalt angepasst und beispielsweise für den Kanalbau in der Ortsdurchfahrt Schnaid um 100 000 Euro erhöht werden.

Im Verwaltungshaushalt wurden die Einnahmen und Ausgaben auf 8,13 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt auf knapp 11,52 Millionen Euro festgesetzt. Der Gesamtbetrag der Verpflichtungsermächtigungen im Vermögenshaushalt beträgt 9,8 Millionen Euro. Die Grundsteuer A und B werden auf 330 v.H. und die Gewerbesteuer auf 350 v.H. festgesetzt. Der Haushalt bedarf keiner weiteren Genehmigung, freut sich Bauer, da zur Finanzierung der Ausgaben im Vermögenshaushalt kein Kredit aufgenommen werden muss.

Bei der Abstimmung wünschte sich Mathias Erlwein (CSU) eine, wie er es nannte, "ordentliche Abstimmung". Gerhard Bauer weist darauf hin, dass die Beschlüsse positiv formuliert werden. Damit könne er abfragen, wer etwas dagegen hat und somit für einen reibungsloseren Ablauf der Gemeinderatssitzung sorgen. Schlussendlich stimmten die Gemeinderäte einstimmig für den Haushalt, den dazugehörigen Stellenplan und den Finanzplan mit dem zugrundeliegenden Investitionsprogramm.

Da der Haushalt laut Bürgermeister "spitz auf Knopf" steht, müsste jede zusätzliche Ausgabe durch Darlehen finanziert werden. Ein Nachtragshaushalt müsse jedoch erst dann beschlossen werden, falls die Gesamtsumme an Neuprojekten 200 000 Euro übersteige, erklärte Bauer auf Nachfrage von Mathias Erlwein. Müsste ein solcher Nachtragshaushalt von der Aufsichtsbehörde genehmigt werden, müsse die Gemeinde ihren Haushalt nach Einsparungen durchforsten oder über höhere Steuereinnahmen nachdenken.

Stephan Beck (WG Willersdorf/Haid) vermisste im Haushalt die Straße in Willersdorf und bat darum, sie für 2021 vorzusehen. "Aktuell sind wir am Limit", entgegnete Bauer. Das gelte sowohl für die Finanzen als auch für die Verwaltung und die Ingenieurbüros.

Zuschuss angestrebt

Thomas Bauer (WG Pautzfeld) hatte mit dem zweiten Backofen für Pautzfeld und dem Gehweg Richtung Friedhof ebenfalls noch zwei Wünsche, für die es im Rahmen der Dorferneuerung vielleicht noch 65 Prozent Zuschuss geben könnte. Er bat den Bürgermeister, die Maßnahmen beim Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) zu beantragen und Mittel dafür im Haushalt vorzusehen.

Markus Düsel (WG Pautzfeld) wies darauf hin, dass auch für die Sanierung der Kapelle Geld nötig sei. Das könne eventuell ein Zimmerer mit einigen Helfern erledigen, so der Bürgermeister. Er habe sich das Projekt bereits gemeinsam mit dem Zimmerer angeschaut: "Wir reden später darüber."

Den Auftrag zur Dachabdichtung im Bauabschnitt 1 der Grund- und Mittelschule erhielt die Firma Fleischmann + Grummt GmbH aus Uttenreuth. Das Bayernwerk wird die Straßenbeleuchtung im Baugebiet "Hasengarten" und in Teilbereichen der Ortsdurchfahrt Schnaid erstellen.