Die bereits im Dezember 2013 in Auftrag gegebene Erstellung eines Hochwasserschutzkonzeptes für den Veitsgraben scheint sich zu einer unendlichen Geschichte zu entwickeln. Das wurde bei der Gemeinderatssitzung am Montagabend deutlich, als Sachgebietsleiter Kai Papenfuß das Gremium mit aktuellen Aussagen des Wasserwirtschaftsamtes Hof konfrontierte. Demnach hat der angedachte Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens im Veitsgraben keine Chance auf eine staatliche Förderung, denn die Aufweitung des bestehenden Oberflächenwasserkanals, der in den Weißen Main mündet, käme deutlich billiger als der Bau eines Rückhaltebeckens.

Nur die günstigere Lösung wird gefördert

Und klar ist auch: Gefördert wird vom Freistaat Bayern nur die wirtschaftlich günstigere Lösung. Während beim Rückhaltebecken von rund 960 000 Euro ausgegangen wird, wird der Neubau eines Entwässerungskanals mit einer größeren Nennweite auf 370 000 Euro geschätzt.

Bürgermeisterin Anita Sack (FW) verwies auf das Starkregenereignis im Jahr 2013, das letztlich für den damaligen Gemeinderat der Auslöser für den Bau eines Rückhaltebeckens war, um den Ort Ködnitz vor Hochwasser zu schützen. Unabhängig davon hatte die Gemeinde Ködnitz im Jahr 2016 ein integrales Hochwasserschutzkonzept in Auftrag gegeben. Für die Gemeinde geht es nach den Worten von Bürgermeisterin Sack jetzt darum, welche Maßnahmen für einen wirksamen Hochwasserschutz einzuleiten sind.

Sachgebietsleiter Kai Papenfuß, der am Wasserwirtschaftsamt (WWA) Hof für den Wasserbau und die Gewässerentwicklung im Landkreis Kulmbach zuständig ist, ließ das Gremium wissen, dass die Gemeinde im Dezember 2013 eine Förderung für die Erstellung eines Hochwasserschutzkonzeptes beantragt und eine erste Kostenschätzung dann 2017 vom Ingenieurbüro Winkler aus Stuttgart vorgelegen habe. Dabei ist die Gemeinde noch von einem Rückhaltebecken am Veitsgraben mit einem Fassungsvermögen von 10 000 Kubikmetern ausgegangen.

Wie Papenfuß weiter ausführte, könne die Gemeinde Ködnitz die Planungsarbeiten für den Hochwasserschutz vergeben. Die Aufgabe des WWA bestehe darin, nach Vorlage der Planung die Wirtschaftlichkeit zu prüfen, und hier komme für eine Förderung von 55 Prozent nur die kostengünstige Variante mit der Aufweitung des Oberflächenwasserkanals infrage. Zusätzliche zehn Prozent würden dann noch gewährt, wenn es gelingt, den Abwasserkanal mit einer ökologischen Maßnahme zu verbinden.

Zum Bau eines Dammes im Zusammenhang mit dem Forstweg stellte Kai Papenfuß fest: "Wir können nicht einfach einen Damm mit fünf Metern Höhe bauen. Hier geht es auch um einen Standsicherheitsnachweis. Wir können alles machen, aber es muss anständig gebaut werden und es muss in eine ordentliche Planung gehen."

"Nicht schnell genug gehandelt"

Für Willi Kolb (SPD) war klar, dass die Gemeinde in der Vergangenheit nicht schnell genug gehandelt habe: "Warum läuft alles so schleppend? Für mich hat das der Bürgermeister verschlafen, obwohl er damals gesagt hat, es ist alles in trockenen Tüchern." Den Bau eines Rückhaltebeckens ohne eine staatliche Förderung könne sich die Gemeinde nicht leisten, das gilt für Kolb auch bei einer größeren Nennweite das Kanals mit Kosten von 370 000 Euro und einer Förderung von höchstens 65 Prozent. Kolb weiter: "Die Preise laufen uns davon und es passiert nichts. Wenn wir realistisch sein wollen, können wir das nicht bezahlen, denn wir haben die Kita noch vor uns."

Zweiter Bürgermeister Heinz Mösch (CSU) brachte nochmals den Dammbau in Verbindung mit der Anlegung eines Forstweges ins Gespräch und sagte, dass hier auch das Amt für Ländliche Entwicklung eine Förderung in Aussicht gestellt habe: "Wir hätten dort einen naturnahen Rückhalt, aber ich habe nie gehört, was der Graben an Wasser aufnimmt."

Bürgermeisterin Sack machte deutlich, dass man erst dann zu einer konkreten und sinnvollen Aussage komme, wenn ein weiteres Kostenangebot eines Ingenieurbüros und ein hydrologisches Gutachten zur Entscheidung vorliegt.

Reinhard Kortschack (FW) war der Meinung, dass die wirtschaftlichste Lösung gefunden werden müsse, und dafür könne nur ein Vorentwurf Sicherheit bieten. Thomas Hanisch (WGK) sah es genauso. Die Verwaltung wurde beauftragt, mehrere Kostenangebote für eine Vorplanung einzuholen.