Charlotte Wittnebel-Schmitz

Der Empfang ist weg. Plötzlich steckt man im Funkloch. Das kann derzeit im Osten von Nüdlingen, speziell an der Schlossberghalle, und im Gebiet "Ried" passieren. Auch auf der B287 in Richtung Münnerstadt gibt es ein Funkloch, das alle Mobilfunknetze betrifft. Das soll sich ändern. "Die Telekom hat den Auftrag, die Bundesstraßen zu versorgen. Wenn die Bundesstraße nicht wär, würden sie gar nichts machen", sagte Harald Hoffmann, Bürgermeister von Nüdlingen, bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend.

Grund für die unzureichende Netzabdeckung ist die Nüdlinger Topographie. Die bestehenden Masten im Gewerbegebiet "Pfaffenpfad" von Telekom und Telefonica und der Sendemast am Aschacher Weg von Vodafone können die Netzabdeckung nicht ausreichend gewährleisten. Ein Aufrüsten der Masten von Telekom und Vodafone mit anderen Antennen sei aufgrund der Nähe von 500 Metern nicht möglich. So habe zumindest die Auskunft von Jennifer Pohl von der Telekom gelautet, die bei einer Bürgermeisterdienstbesprechung Ende Juni über die Netzabdeckung im Landkreis einen Vortrag hielt. Der Besuch und die Unterstützung der Staatsministerin Judith Gerlach vom Bayerischen Staatsministerium für Digitales Anfang August brachte dann aber doch eine Veränderung, denn die Gemeinde hatte die Staatsministerin um Hilfe gebeten. Zwei Monate später stimmte die Telekom der Verbesserung der Mobilfunkversorgung in Nüdlingen zu.

Als besten Standort hat die Telekom nun das Flurstück 9832/0 Lage Schlossberg festgelegt (siehe Karte blauer Kreis). Dieses liegt 480 Meter von den ersten Häusern entfernt. Die Gemeinderatsmitglieder stimmten einstimmig dafür, der Telekom den Standort als Mietfläche für einen Mobilfunkmast anzubieten. Harald Hofmann wurde von den Gemeinderäten beauftragt, mit der Telekom einen Mietvertrag abzuschließen.

Gemeinderat Volker Schäfer (SPD) gab jedoch zu bedenken, dass beim Errichten des Mobilfunkmastes so wenig wie möglich in die Natur eingegriffen werden sollte. Florian Wilm (Bürgerblock) brachte die Idee ein, bei der Planung des Sendemasts darauf zu achten, dass der Standort auch als Aussichtspunkt genutzt werden könnte. André Iff (CSU) warf ein, dass die Analyse der Telekom entscheidend dafür sei, wo der Mast zu stehen habe. Der Zweite Bürgermeister Edgar Thomas (CSU) sagte, es sei vor allem wichtig, "dass wir was kriegen". Harald Hofmann sagte, er nehme die Anregungen des Gemeinderats mit auf. Er ergänzte aber: "Es ist nicht in erster Linie ein Aussichtsturm. Die Telekom sucht sich den Standort, der technisch am besten geeignet ist." Er wies darauf hin, dass die Topographie vor Ort ziemlich steil sei und der Mast einen Glasfaseranschluss brauche. Mit einer zügigen Verbesserung der Netzabdeckung in diesem oder nächsten Jahr sei leider nicht zu rechnen. "Das dauert, hat die Telekom gesagt", so der Bürgermeister.

Zwei weitere wichtige Tagesordnungspunkte in der Gemeinderatssitzung waren die Anträge der CSU-Fraktion und der SPD-Fraktion. André Iff (CSU) wies darauf hin, dass es deutschlandweit immer wieder zu schrecklichen Unfällen komme, da Kinder nicht schwimmen könnten. Auch im Sportunterricht werde es nicht mehr wie früher ausreichend gelernt. Der Gemeinderat beschloss deshalb, Schwimmkurse zum Erlangen des "Seepferdchens" mit maximal 80 Euro zu bezuschussen. Achtung: Einen Beleg über entstandene Kosten etwa für den Schwimmkurs und das Ablegen der Prüfung müssen die Eltern vorweisen, um den Zuschuss zu erhalten.

Der Antrag der SPD-Fraktion betraf das Förderprogramm zur Revitalisierung der innerörtlichen Bereiche. Dieses soll Abwanderung und Verödung verhindern. Nüdlingen arbeitet zusammen mit den Mitgliedsgemeinden der Allianz Kissinger Bogen, also gemeinsam mit dem Markt Oberthulba, dem Markt Burkardroth und dem Markt Bad Bocklet daran, die Alt- beziehungsweise Innenorte der einzelnen Gemeindeteile für Bauinteressenten attraktiv zu gestalten. Bezüglich der Förderanträge habe es aber seitens der Bürger immer wieder Fragen und Unklarheiten gegeben, sagte Volker Schäfer (SPD) beim Verlesen des Antrags. Die Gemeinde müsse sich fragen, "ist unser Förderverhalten stimmig?" - dafür müsse man die Zahlen kennen.

Mehr Klarheit bei den Förderanträgen

Die Gemeinderäte waren sich einig. Sie beauftragten die Verwaltung einmal im Jahr eine Übersicht zu den Förderanträgen anzufertigen. Zur besseren Übersicht soll in dieser Liste die Höhe des Zuschusses pro Einzelantrag aufgelistet werden, sofern dieser bewilligt wird. Bei einer Ablehnung soll eine kurze Begründung in der Liste genannt werden. Nicht final bearbeitete Anträge sollen von der Verwaltung ebenfalls aufgelistet werden und spätestens im Folgejahr entschieden und mit dem Ergebnis dargestellt sein.