Der Wandel in der Landwirtschaft hat viele Gesichter. Ein neues lernen die Pettstadter und die Benutzer der Kreisstraße Richtung Frensdorf bald kennen: Der  Bauernhof der Familie Kaiser verstärkt sein Dienstleistungsangebot um einen unübersehbaren Garagenhof. Der wird, wie bei der Beratung des dazu nötigen Bebauungsplanes zur Sprache kam, zum Tal der Rauhen Ebrach hin hinter einer drei Meter breiten Hecke versteckt. Der Gemeinderat gab dem Vorhaben "Südliche Erweiterung Eichenhof" sein Plazet.

Die Bauherren und ihre Architektin Cäcilie Neubauer hatten ursprünglich gehofft, das Projekt in einem vereinfachten Genehmigungsverfahren bewilligt zu bekommen. Das Landratsamt Bamberg bestand jedoch auf eine Änderung des Flächennutzungsplanes und die Vorlage eines Bebauungsplanes für das 0,82 Hektar große Gebiet. Zusätzlich muss auch der längst verwirklichte Hofladen im Bauleitplan berücksichtigt werden. Der Gemeinderat hatte schon vor geraumer Zeit eine Voranfrage zum geplanten Garagenhof akzeptiert.

Inzwischen hat sich durch einen heftigen Sturm im Herbst des letzten Jahres das Projekt noch erweitert. Da das Dach des ehemaligen Kuhstalls schwer in Mitleidenschaft gezogen worden war, entschlossen sich die Eigentümer, das Stallgebäude abzureißen und durch eine Großgarage für acht Wohnmobile zu ersetzen. Für die Maschinen des Bauernhofes, der nach wie vor Feldbau betreibt und mit Sonderkulturen erfolgreich am Markt ist, wird eine neue Halle angebaut.

Südwestlich des jetzigen Gebäudekomplexes entsteht auf einer bisher als Acker genutzten Fläche ein Garagenhof mit bis zu 60 Abteilen: Unterstellmöglichkeiten für saisonal genutzte Oldtimer, kleinere Boote et cetera. Nach Westen und Süden hin erhält der Garagentrakt eine Eingrünung. Außerdem soll die Fläche zwischen dem historischen Bauernhof und dem Garagenhof städtebaulich geordnet werden. Hier ist die Ausweisung von zwei Baurechten geplant, die der nachwachsenden Generation auf dem Eichenhof vorbehalten sein sollen. Die Bauleitpläne werden nach Bekanntgabe im gemeindlichen Mitteilungsblatt öffentlich zur Stellungnahme aufgelegt.

Die bevorstehende Gründung eines Archivpflegevereins im Landkreis Bamberg kommt der Gemeinde Pettstadt sehr gelegen: Das seit den 1950er Jahren durchaus angemessen gepflegte Archiv der Kommunalverwaltung muss nach Karteileichen durchforstet und neu geordnet werden. Eigenes Personal ist dafür nur schwer entbehrlich.

Umso erfreulicher ist es da für Pettstadt, dass der von der Kreisarchivpflegerin Barbara Spies angeregte Verein, dem weitere kreisangehörige Gemeinden angehören werden, Abhilfe schaffen kann und will.

Pettstadt wird sich dem Verein anschließen und bucht eine Fachkraft für vier Stunden pro Woche, zunächst auf ein halbes Jahr. Wenn die alten Akten sortiert sind, könnte im zweiten Schritt die digitale Erfassung der Dokumente folgen, kündigte Bürgermeister Jochen Hack an.