Eine Freiflächen-Solaranlage auf privatem Grund in Hummendorf hat der Untersteinacher Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend genehmigt, obwohl er bereits vorher grundsätzlich beschlossen hatte, dass er auf Untersteinacher Gebiet keine weiteren PV-Freiland-Anlagen mehr haben will. Diese Anlage ist jedoch Teil des Projekts zur Sanierung und Wiederbelebung des ehemals guttenbergischen Guts Hummendorf. Die haben sich die jetzigen Besitzer, die Eheleute Charlotte und Janosch Asen, vorgenommen.

Die Anlage von acht mal sechs Metern soll weitgehend verdeckt sein, zusätzlich durch eine Umzäunung und Bepflanzung oder durch eine Holzlege in das Gelände integriert werden und auch vom Rad-Wanderweg kaum zu sehen sein. Denkbar ist auch eine spätere Verlegung der PV-Module auf das Dach der Scheune, sagte Janosch Asen bei einem Treffen mit der Bayerischen Rundschau vor Ort. Zunächst müsste aber erst das Dach der Scheune erneuert werden.

Ebenfalls zugestimmt hat der Gemeinderat auch den weiteren Bauplänen für das Gutshaus und die Scheune, die beide unter Denkmalschutz stehen. Asens möchten das Haupthaus sanieren und zunächst vier Räume für sich selbst bewohnbar machen. Danach will die gesamte Familie mit Kindern von Marktleugast nach Hummendorf umziehen.

In der weitläufigen Scheune sollen ein Café entstehen und regionale Produkte angeboten werden, so dass Gut Hummendorf ein Ausflugsziels werden könnte. Dazu werden auch behindertengerechte Toiletten eingerichtet. In der Scheune sind zudem weitere Wohnräume geplant. Die könnten als "Co-Working-Spaces" dienen, in denen sich Kreative ein Gemeinschaftsbüro teilen, kreatives und soziales Miteinander leben und sich in gemeinsamen Projekten austauschen. Das ist zumindest eine Vision für die Nutzung der Scheune.

Deren fünf zweiflügelige Korbbogentore sollen durch verglaste Nachbauten ersetzt werden, um Licht in das Gebäude zu bringen. Das sechste, rechteckige Tor auf der Nordost-Seite des Guts soll bestehen bleiben, damit die Scheune auch mit größeren Fahrzeugen angefahren werden kann. Sämtliche Baumaßnahmen müssen sowohl mit der Gemeinde wie auch mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden. Der Baubeginn ist bereits im April geplant. Der jetzige Bauabschnitt wird wohl ein Jahr dauern. Die weitere Sanierung des Gutshauses wird dann Stück für Stück erfolgen.

Formaljuristisch durchgewunken hat der Untersteinacher Gemeinderat den vorhabenbezogenen Bebauungsplan und die Änderung des Flächennutzungsplan für einen weiteren Solarpark der Firma Südwerk, Burgkunstadt. Er soll im Anschluss an den bestehenden entstehen. Diesen Plan hatte der Gemeinderat, sozusagen als letzte Freiland-PV-Anlage, bereits im November bewilligt. Nun ging es um Kenntnisnahme und Beschlüsse der Stellungnahmen der Vertreter öffentlicher Belange. Laut Norbert Köhler waren keine nennenswerten Einwände beim Planer IVS, Kronach, eingegangen. klk