Es gibt viele Möglichkeiten, eine Region lebenswert zu gestalten. Die Verkehrsberuhigung, die Begrünung von Betonmauern oder die Teilhabe junger Menschen sind nur einige der Ideen, die im Gasthof "Zum...
Es gibt viele Möglichkeiten, eine Region lebenswert zu gestalten. Die Verkehrsberuhigung, die Begrünung von Betonmauern oder die Teilhabe junger Menschen sind nur einige der Ideen, die im Gasthof "Zum Stern" rund 30 interessierten Bürgern nähergebracht wurden. Organisiert wurde die Infoveranstaltung vom Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen. Die Partei will zur Kommunalwahl 2020 erstmals mit einer eigenen Liste in Michelau antreten.
Ziel aller Bemühungen soll vor allem sein, die Region für die Bürger so zu gestalten, dass sich die Lebensqualität merklich erhöht. "Wir wollen mit der Natur und nicht gegen sie leben und arbeiten", erklärte der Michelauer Gemeinderat Paul Habich, der von der SPD zu den Grünen gewechselt ist und an diesem Abend die ersten Ideen und Themen vorstellte, die Teil des Grünen-Wahlprogramms werden sollen.
Als einer der zentralen Punkte wurde die Geschwindigkeitsreduktion an den Ortseinfahrten genannt, die sich durch Geschwindigkeitsanzeigen oder durch die Begrenzung auf 30 km/h erreichen ließe. Darüber hinaus müsse die Bahnhofstraße zum Michelauer Bahnhof für Radfahrer sicherer gemacht werden. Dass die aktuelle Situation durch das sehr starke Lkw-Aufkommen an dieser Stelle recht gefährlich ist, blieb unbestritten. Ziel ist es zudem, den Durchfahrtsverkehr effektiver auf den Bundesstraßen und der Autobahn zu belassen und Abkürzungen über die Gemeinde Michelau möglichst zu erschweren.
Auch die Dorferneuerung in allen Orten wurde angesprochen. Hier habe die Gemeinde die Möglichkeiten zur Förderung der Lebensqualität vor Ort bislang nicht ausreichend ausgeschöpft. Verbunden mit ökologischen Gesichtspunkten könnte eine Dorferneuerung in Schwürbitz, Lettenreuth und Neuensee für die Bürger einen großen Zugewinn bedeuten. Deshalb soll geprüft werden, ob hierfür künftig auch Mittel aus der Städtebauförderung beantragt werden können.
Mehr Natur könnte in Michelau Einzug halten, wenn die Betonmauern und Gabionen beim Hochwasserschutz begrünt und an den Seiten des Rudufers sowie auf weiteren geeigneten Flächen Obstbäume gepflanzt würden. Die Grünflächen entlang der Straßen zum Ruderufersee ließen sich in Blühwiesen umwandeln.
Zur Ideenliste der Grünen für Michelau gehört außerdem der Aufbau eines Jugendparlaments. Dieses gäbe Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren die Gelegenheit, im Gemeinderat gehört zu werden und sich aktiv am politischen Geschehen in ihrer Heimat zu beteiligen. Für die älteren Generationen wiederum will man sich unter anderem für die Errichtung eines Seniorenbewegungsplatzes stark machen.
Das nächste Treffen, um weiter am Grünen-Programm für Michelau zu arbeiten, findet am morgigen Freitag ab 19 Uhr im Restaurant "Tapsi" in Michelau statt. Alle Bürger, die Michelau "grüner" machen wollen, sind dazu willkommen. red