Günther Geiling Der Garten von Regina und Bernd Köttig in Rottenstein (Gemeinde Aidhausen) mit einer Streuobstwiese auf einem 3000 Quadratmeter großen Grundstück bot die besondere Kulisse für die Prämierung des Wettbewerbs "Natur im Garten". Das Areal unterstrich die Ziele des Wettbewerbs, und die Gastgeber beschrieben dazu ihre Philosophie von einem naturnahen Garten. Am Wettbewerb nahmen 16 Gartenbesitzer teil und wurden ausgezeichnet.

Landrat Wilhelm Schneider erinnerte daran, dass der Wettbewerb "Natur im Garten" zum vierten Mal stattfindet. Er dokumentiere die reiche Gartenkultur der Region. "Sehr beeindruckt haben uns vor allem die herausragende Qualität und Vielfalt der Gärten vom kleinen Hausgarten im Altort oder Neubaugebiet bis hin zum ökologisch orientierten Naturgarten mit Nutzgartenanteil. Solche naturnah gestalteten Gärten sind nicht nur sehenswert, sondern besitzen auch Vorbildcharakter, weil sie die Natur nicht belasten", betonte der Landrat.

Dies geschehe durch standorttypische und robuste Pflanzen, ökologisch orientierte Bewirtschaftung mit Kompost und Kreislaufwirtschaft, den Verzicht auf chemisch-synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel sowie die Verwendung von heimischen Materialien und Baustoffen aus Sandstein oder Muschelkalk. Zugleich bedauerte Schneider, dass die Menschen oft auch im Garten ein mehr oder weniger großes Bedürfnis nach Ordnung und Sauberkeit hätten. "Deswegen finden wir oft sterile, monotone Grünflächen, bestehend aus einem regelmäßig geschnittenen Rasen und einer Hecke aus exotischem Gehölz. Von Vielfalt und Kreativität fehlt hier jede Spur", sagte er.

Ein solcher Garten widerspreche gänzlich den Bedürfnissen der Tierwelt, denn Tiere fänden weder genügend Nahrung noch sicheren Unterschlupf. Als Ziel formulierte der Landrat, in einem gesunden Wohnumfeld zu leben und zugleich Lebensraum und Nahrungsangebot für die heimische Tierwelt anzubieten. "Je mehr Laubhaufen, je mehr Dickicht, umso besser, denn wer verzichtet gerne auf ein Versteck, wenn er im nächsten Augenblick von seinen Feinden gefressen werden könnte. Im naturnahen Garten lässt sich beides verwirklichen."

Netzwerk ist entstanden

Der Kreisfachberater Guntram Ulsamer erinnerte daran, dass der Wettbewerb 2017 eingerichtet wurde. Seitdem sei ein Gartennetzwerk mit Besitzern entstanden, die ihren Garten für interessierte Gartenfreunde öffnen. "Eine tolle Entwicklung, die es nur noch einmal in Bayern gibt", lobte der Experte. Auch der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege mit seinen 77 Gartenbauvereinen und 6400 Mitgliedern versuche Begeisterung für die Themen ökologisches Gärtnern, Obstanbau und Naturverständnis zu wecken.

Sein Dank galt der Kommission, die nach vier Durchgängen begeistert war von der Vielgestalt der gemeldeten Gärten. Es waren dies: Lydia Graser, Goßmannsdorf, Karin Limpert, Jesserndorf, Werner Lambach, Rügheim, Helge Langer und Harald Amon vom Bund Naturschutz Ebern, Karin Bulheller vom Landratsamt sowie die Kreisfachberater Guntram Ulsamer und Johannes Bayer.

Tonplakette übergeben

Die folgenden 16 Gartenbesitzer wurden im Rahmen des Wettbewerbs mit einer handgefertigten Tonplakette gewürdigt: Reinhold Werner, Hofheim; Jürgen Adam, Sylbach; Christa Hußlein, Untertheres; Helmut und Rita Wohlleben, Haßfurt; Birgit Zehe, Augsfeld; Margit und Matthias Lewin, Knetzgau; Carmen Schmitt, Weisbrunn; Susanne Heckelmann, Neubrunn; Elisabeth Baur-Leitner, Hans Hösel, Ebern; Corinna Geisel, Schönbach; Monika Appel, Gleisenau; Anton Bäuerlein, Fatschenbrunn; Regine und Bernd Köttig, Rottenstein; Karin und Ekkehard Hofmann, Lendershausen; Roswitha und Willi Stuhlfelder, Haßfurt; Elke Schorr, Losbergsgereuth.