Die Zeit drängt, wenn Sonnefeld die zugesagten Fördergelder für das Millionenprojekt Verbesserung der Einrichtungen zur Wasserversorgung nicht aufs Spiel setzen will. Das unterstrich Bürgermeister Michael Keilich in der jüngsten Gemeinderatssitzung zum Tagesordnungspunkt Variantenfestlegung zur Wasserversorgung.

Mit der Einstufung als Härtfallkommune war aus vier ausgearbeiteten Varianten die wirtschaftlichste Lösung zu finden. In die in den vier Fraktionen vorberatenen Berechnung gingen sowohl die Herstellungs-, und Reinvestitionskosten als auch Aufwendungen für den laufenden Betrieb im 50-jährigen Betrachtungszeitraum ein.

Abgelehnt hat der Gemeinderat die Variante B1 "Einzellösungen", bei der zwar momentan geringe Herstellungskosten anfallen, aber keine Verbundleitungen geschaffen werden. Bei dieser Problemlösung müssten die Ortsteile Bi eberbach, Zedersdorf und Weickenbach dauerhaft mit teurerem Trinkwasser aus Ebersdorf versorgt werden.

"Eigentlich gibt das Wasserwirtschaftsamt den Weg für Förderungsvoraussetzungen vor", erklärte der Bürgermeister. Bei zwei Gegenstimmen entschied sich der Gemeinderat auf Grund der vorliegenden Studie für die Variante, die die große Verbundlösung (ohne den Ortsteil Neuses am Brand) vorsieht.

Zuschüsse sichern

Bei dieser Variante wird ein neuer Hochbehälter im Bereich Gestungshausen errichtet , und die Ortsteile sind per Leitungsnetz mit der Stammgemeinde verbunden. Wie Keilich erläuterte, sind die Projektplanungen bereits bis zur Ausschreibung gediehen. Um die Förderzuschüsse nicht zu gefährden, sind Arbeiten noch im Rechnungsjahr 2021 zu realisieren.

Mit einer Bilanzsumme von 14 Millionen Euro und Jahresverlust in Höhe von 70 000 Euro schließt der von den Gemeinderäten bei einer Gegenstimme festgestellte Jahresabschluss 2019 der Gemeindewerke Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung. Kämmerer Heiko Lech informierte das Gremium über eine Empfehlung des Bayerischen Prüfungsverbandes, die 2006 rechtlich ausgegliederten Gemeindewerke wieder in den Haushalt der Gemeinde Sonnefeld zu überführen und damit den Eigenbetrieb zu beenden.

Das wäre mit finanziellen Einsparungen, aber auch erheblicher Steigerung des Schuldenlast pro Kopf verbunden, die sich nach Investitionsmaßnahmen bis zum Jahresende auf rund fünf Millionen summiert.

In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des örtlichen Rechnungsprüfungsausschusses informierte Gemeinderat Günter Engel, dass zum Beispiel der Internetauftritt Sonnefelds zu bemängeln sei. Lobend erwähnte Engel Kosteneinsparungen bei der Straßenbeleuchtung nach Umstellung auf LEDs.

410 00 Euro für Entsorgung

Für die Abwasseranlage Firmelsdorf sind Neubauten für Stauraumkanal, Rückhaltbecken und Pumpwerk erforderlich. Für die 250 000-Euro-Investition wurde der Zuschlag bei sechs Gegenstimmen der Firme STL Sonneberg erteilt. Weitere 160 000 Euro sind für den Neubau einer Schlammpresse in der Kläranlage Sonnefeld aufzuwenden.

Die Planungsleistungen zur Straßenerschließung Brunneberg gingen einstimmig ans Ingenieurbüro IVS Kronach.