Anlässlich des Weihetages der katholischen Kapelle "Maria Freudenreich" im Stegauracher Ortsteil Hartlanden vor 110 Jahren hat das Kapellenteam unter der Leitung von Thomas Stöcklein, Matthias Stöcklein und Peter Drescher eine 108-seitige Festschrift mit einer Auflage von 900 Stück verfasst. Die Broschüre auf Hochglanzpapier ist ein gelungenes Werk über die Geschichte von Hartlanden und seiner Kapelle.

Derzeit zählt Hartlanden 390 Einwohner und 105 Wohngebäude. Dazu kommt noch die Gemarkung Dellerhof mit vier Wohngebäuden und zehn Einwohnern.

"Die schmucke Kapelle wurde damals gebaut und bis heute erhalten, weil Gott in der Mitte der Dorfgemeinschaft leben und wirken sollte. In diesem Gotteshaus soll immer wieder Sturm beruhigt und gestillt werden", so Peter Drescher in der Einleitung der Festschrift. Pfarrer Walter Ries weist darauf hin, dass die Kapelle seit ihrer Fertigstellung vor 110 Jahren von Helfern stets sauber und ordentlich hergerichtet und gewissenhaft gepflegt wurde.

Das kirchliche Leben in der Kapelle ist während des gesamten Jahres sehr vielfältig. Zur Kerwa im Juni findet hier ein Festgottesdienst statt, der von der Mühlendorfer Blasmusik umrahmt wird. Seit den vergangenen 110 Jahren gestalten Laien die gemeinsamen Gebete, um dem Herrgott an jedem Sonntagnachmittag um 13.30 Uhr in den Andachten zu huldigen. Beim schlichten Gebet kann man im kleinen Gotteshaus die Nähe Gottes finden.

Durch das Kirchenjahr

Ebenfalls viel Engagement zeigen die Kinder und Jugendlichen am Karfreitag und Karsamstag beim "Ratschen", wenn die Glocke als äußeres Zeichen der Trauer über Leiden und Tod Jesu schweigt. Bei der feierlichen Andacht am Ostersonntag kommt die Freude über die Auferstehung Jesu durch den festlichen Altarschmuck und vor allem durch die österlichen Gebete und Lieder zur Geltung.

Darüber hinaus hat die Dorfgemeinschaft einen Grund zur besonderen Freude, wenn die Maiandacht in der Kapelle mit anschließender Agape stattfindet. Diese wird gern angenommen und gibt durch die Mariengebete Halt und Freude, so dass die Bratwürste und das Bier anschließend doppelt so gut schmecken.

Alle drei Jahre nimmt der Flurumgang der Pfarrgemeinde am Sonntag nach Fronleichnam an der Kapelle seinen Ausgangspunkt. In der kirchlichen Weihnachtszeit (von Weihnachten bis Mariä Lichtmess) stehen zwei Christbäume neben dem Altar.